Baumfällungen am Oberen Schloss

Die Fällung von vierundzwanzig Bäumen am Oberen Schloß durch die Stadt Siegen bezeichnet der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) in Siegen in einer Pressemitteilung als voreilig und unötig. Baumschutz sei ein zentrales Thema des Umweltverbandes, nicht zuletzt weil es auch ein Anliegen vieler Bürger sei, den Baumbestand im Stadtgebiet aus Gründen des Ästhetik, des Klimaschutzes und der Heimat-verbundenheit zu erhalten.„ Die kurzfristig gefällten Bäume im Schlosspark sind nun leider nicht mehr zu retten“, so die Vorsitzende des Verbandes, „dies heißt aber nicht, dass das ein Freibrief für weitere Fällmaßnahmen ist.““>Ob die Ende Oktober durchgeführten Abholzungsmaßnahmen gerechtfertig waren, wollte der Verband klären lassen und hatte jetzt  ein Baumgutachten eines renommierten Sachverständigenbüros aus Köln anfertigen lassen. Der Diplombiologe und vereidigter Baumschutzgutachter, der die Standorte an der Schlossmauer besichtigte, kommt zu dem Schluss, dass aufgrund der Beseitigung der Bäume keine messtechnische Ermittlung mehr durchgeführt und auch der vorherige Zustand nicht beurteilt werden könne. Wohl aber könnten Erfahrungswerte herangezogen werden.Die Stammquerschnitte der gefällten Bäume vor Ort bestätigten die der Baumkontrollrichtlinie zugrundeliegenden Erkenntnisse, die feststellen, dass bei Bäumen in der Reifephase keine wesentlichen Schäden zu erwarten seien. Im Falle Siegen habe es sich um mittelalte Bäume um vierzig Jahre gehandelt. Die Schlossmauer habe ein Widerlager zur Verankerung der Wurzeln darge-stellt. Zitat Gutachten: „Alle gefällten Bäume, auch die in geringem Abstand von der Mauer, dürften daher nach Jahrzehnten der Anpassung an den jeweiligen Strandort ausreichend im Boden verankert worden sein. Lediglich bei zwei Exemplaren mit problematischer Ecksituation ist die Fällung zum Schutz der Mauer fachlich vertretbar, bei weiteren fünf Bäumen hätten unter Umständen mittel bis langfristig Schäden entstehen können. Die Fällung der restlichen achtzehn Bäume waren nach erster überschlägiger Einschätzung – basierend auf Erfahrungswerten- weder zum Schutz der Mauer noch aus Gründen der Verkehrssicherheit erforderlich.“Aufgrund dieser Vorgänge mahnt der BUND noch einmal zu einem sensiblen Umgang mit Baumfällungen an. Vor allem habe hier kein kurzfristiger Hand-lungsbedarf bestanden. Voreilige Schritte bis hin zu Nacht -und Nebelaktionen hinterließen bei der Bevölkerung immer einen gewissen Argwohn, dass es letztlich darum gehe, Fakten zu schaffen. Die weitere Entwicklung an der Schlossmauer hätte man über Jahre ohne Risiko beobachten können, meinen die Umweltschützer. „Beobachten wird künftig allerdings der BUND, wie es um das Vorhaben bestellt ist, eine stattliche Anzahl weiterer Bäume aufs Korn zu nehmen.“Ulrich Banken

BUND-Exkursion zum Historischen Hauberg Fellinghausen im Okt.

BUND-Exkursion zum  Historischen Hauberg Fellinghausen im Okt.

Die Arbeit im Hauberg ruht zur Zeit – nicht aber das Interesse an diesem Teil der Siegerländer Kulturgeschichte. So setzten sich auf Einladung des Siegener Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Wissbegierige auf die Spuren der jüngsten Siegerländer Vergangenheit. Auf einer Fläche von vierundzwanzig Hektar entstand in Fellinghausen die alte Tradition wieder neu: Der historische Hauberg! Unter der sachkundigen Führung von Forstdirektor i.R. Alfred Becker tauchte man ein in eine straff geregelte Wirtschaftweise, einen Kreislauf der Gewinnung von Bodenschätzen unter der Erde, Holz, Getreide und Grünsaat über dem Boden. „Nachhaltigkeit – ein Wort das in unser tägliches Handeln Eingang finden sollte, wurde schon damals praktiziert,“ so Becker als passionierter Haubergsgenosse. „Die Menschen damals wussten schon wie man wirtschaftet, ohne ihre natürlichen Lebensgrundlagen zu gefährden.“ Unter der strengen Haubergsordnung wurde dem Wald entnommen, was man zum Leben brauchte. An erster Stelle Kohle für die Schmelzöfen, Lohe zum Gerben des Leders, Holz für den Hausbrand, Roggen für das Brot, Schanzen für die Backhäuser, Futter für das Vieh. „Der Hirte, damals meist ein Bediensteter der Gemeinde, genoss hohes Ansehen wegen seiner Verantwortung für den wertvollen Tierbestand, der zum Weiden in den Hauberg getrieben wurde, aber auch wegen seiner medizinischen Kenntnisse,“ fügte Becker hinzu. Diese vielfältige Form der Bewirtschaftung prägte das Siegerland mehr als drei Jahrhunderte. Man schützte und nutzte die Wälder, die einen bescheidenen Wohlstand sicherten. Die Männer und Frauen, die heute in Fellinghausen Knipp, Hainhacke und Hoach, den kleinen Hakenpflug, beherrschen, lassen für uns im Schauhauberg wieder Roggen und Buchweizen wachsen.
Das geerntete Holz aus den Niederwäldern war damals jedoch das Haupterzeugnis. Die Kohlenmeiler rauchten Tag und Nacht für die Beschickung der Lataeneöfen. Die Genossen schälten die gerbstoffreiche Rinde der Eichen aber auch zum Gerben von Tierhäuten. Alte Straßenamen in Siegen, wie der Häutebachweg oder der Lohgraben erinnern noch an diese mühevolle Arbeit. Dass eine Generation nur so viel aus der Natur nehmen darf, wie in ihrer Zeit nachwächst, ist eine zentrale Forderung der Umweltverbände, denn aus der Vergangenheit können man lernen: Bevor nämlich die segensreiche Haubergsordung die Richtschnur bildete, haben auch unsere Vorfahren einst die bittere Erfahrungen machen müssen, dass Raubbau an der Natur die Wirtschaft zum Erliegen bringt. Der Wald, den sie energetisch zum Schmelzen des Eisenerzes brauchten, war ihnen riesig und unendlich erschienen. Da er aber nur langsam nachwuchs, waren sie dabei ihre Zukunft zu verfeuern. „Wir als Nachfahren haben die Aufgabe, aus diesen Einsichten zu lernen,“ forderte Ulrich Banken vom BUND auf, „das Thema ist lebenswichtig“!

Baumschutzsatzung Siegen

Von der jüngst beschlossenen Änderung der Baumschutzsatzung, die im Siegener Rat in geheimer Abstimmung erfolgte, zeigt sich der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) überrascht und betroffen. Ein weiteres Mal habe die Satzung einen Rückschritt erfahren, nachdem bereits im Jahre 2006 Pappeln, Weiden und Birken aus dem Schutz entlassen wurden. Erneut eine habe es auch eine Aufweichung der einstigen Beschlüsse gegeben, indem der Stammumfang erhöht wurde.
Der BUND-Vorstand richtet an die Antragsteller die Frage:
WAS IST ORTSBILDPRÄGEND  und  WAS  IST  SCHÜTZENSWERT?
Solange hierfür nicht eindeutige Kriterien festgelegt würden, sei der Beliebigkeit Tür und Tor geöffnet. Man weicht wieder mal vor den Forderungen der Bürger zurück. – Wer entscheidet übrigens zwischen Innen- und Außenbereich?
Weit mehr als eine Satzung gebe eine verlässliche und  eindeutige Baumschutz- verordnung  der Bevölkerung mehr Sicherheit.
Ein stimmiges Konzept, das den gesamten Bereich der Stadtökologie berücksichtige, sei der einzig richtige Weg.
Die biologische Vielfalt zu erhalten ist die diesjährige internatonionale Übereinkunft von Staaten. Das Jahr 2010 ist zum Jahr der Biodiversität bestimmt worden. Da stehe es den verantwortlichen Parteien gut an, nicht nur darüber zu reden, sondern vor Ort auch umzusetzen. Dazu gehöre, den vorhandenen Bestand zu erhalten und zu pflegen und auch jüngere Bäume einzubeziehen.
Abschließend wünscht sich der BUND eine größere Achtung vor der Lebensweise  unserer Vorfahren, in der die Natur und insbesondere Bäume einen hohen Stellenwert besaßen, Wenn konservativ im eigentlichen Sinne bewahrend heiße, hätten besonders diese Parteien eine Verpflichtung, ihren eigenen Leitlinien gerecht zu werden

BUND kritisiert deutlich die Entlassung von Naturdenkmälern aus dem Naturschutz

Die Kreisgruppe des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND)hat in einer Stellungnahme deutlich die Entlassung von 61 Naturdenkmälern (Bäumen) aus dem Naturschutz kritisiert. Dass Bürgerinnen und Bürger durch die Bäume verletzt werden könnten, sei nur ein vorgeschobenes Argument der verantwortlichen Stellen. In Wirklichkeit wolle man beim nur Kosten einsparen, die die Kontrolle und Pflege  verursache, mutmaßen die Umweltschützer. Kreis und Gemeinde Wilnsdorf schöben sich in dieser Sache gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Der BUND stellt mit Bedauern fest, dass in der letzten Zeit immer mehr Aufgaben auf die Bürger abgewälzt werden. So auch die geplante Haftung der Grundstückseigentümers für die Naturdenkmale „im Rahmen des Zumutbaren“, was auch immer dieses bedeute. Die CDU/FDP Landesregierung verlasse so die von der Vorgängerregierung eingetretenen ökologischen Pfade. Für viele Privatgrundstücke im Außenbereich entfalle der strenge notwendige Biotopschutz wie z. B. in Wilnsdorf. Dies betreffe unter anderem Orchideenwiesen sowie Magerwiesen und – weiden. Der BUND warnt davor,  die Naturschutzplanungen in Arnsberg, die angeblich neu aufgerollt werden sollen, gegen die Natur zu führen. In einer aufwändigen Nachschau hat der Naturschutzverband zusammen mit dem NABU und der Unteren Landschaftsbehörde versucht, einige  Naturdenkmale zu retten. Allein in Wilnsdorf ist man noch einmal fünfzig Naturdenkmale abgegangen! „Bäume symbolsieren von altersher  Brauchtum, Vitalität und Lebenskraft. –  „Mein Freund, der  Baum“ darf nicht länger eine blosse Worthülse sein, fordern die Naturfreunde noch einmal mit Nachdruck und hoffen nun, dass bei der Regierung dazu das letzte Wort gesprochen wird.

Alfred Raab und Thomas Rasche montierten Turmfalken-Wohnungen in Glockentürmen

BUND-SIWI_Alfred-Raab_Turmfalken.jpgWeit über dem Turm der Walpersdorfer Kirche zieht ein winziger Punkt am wolkenlosen blauen Himmel Kreise. Erst ein Blick durchs Fernglas bringt Klarheit: Aus dem Punkt wird ein Turmfalke, ein im Kreisgebiet verbreiteter kleiner Greifvogel, der vom Naturschutzbund Deutschland zum Vogel des Jahres 2007 gewählt wurde. Der Mäusejäger interessiert sich offensichtlich für das Gotteshaus. Genauer gesagt, für eine frisch gezimmerte Holzkiste im Glockenturm. Ebenfalls Interesse an der Kiste zeigen Alfred Raab und Thomas Rasche, als Naturschützer der Bund- und Nabu-Kreisgruppe aktiv, mit besonderem Faible für Greifvögel. Zum zweiten Mal seit dem vergangenen Herbst klettern die Naturschützer auf der senkrecht installierten Stahlleiter in die Turmspitze. Noch sitzt kein Falke in der Kiste. Und zwar obwohl bereits zahlreiche Walpersdorfer Bürger mit Interesse die Flugmanöver der Vögel rund um den Kirchturm beobachteten. Andernorts hatten die Vogelschützer bereits Erfolg. In verschiedenen Kirchtürmen brüteten Turmfalken in diesem Jahr mit Erfolg in den neuen Kisten. Im vergangenen Jahr nahmen Alfred Raab und Thomas Rasche Kontakt mit Kirchengemeinden im Netpherland auf. Zuvor hatte das Naturschutzduo eine Kirchturm-Rundreise absolviert. Nicht jeder Glockenturm schien den beiden als Falkendomizil geeignet. Zur Montage der geräumigen Falkenwohnung wird Platz benötigt. Und natürlich muss ein geeignetes Einflugloch für die Vögel vorhanden sein. Einige Türme eigneten sich sogar zur Anbringung eines großen Kombikastens. Mit Brettern unterteilt, könnten hier tagaktive Falken oder nachtaktive Schleiereulen brüten. Zusagen von den katholischen Kirchengemeinden Irmgarteichen, Hainchen, Salchendorf, Helgersdorf, Walpersdorf und Werthenbach und der ev. Kirche Deuz erhielten die Nabu-Aktiven ohne Probleme, erklärte Alfred Raab. Überzeugungsarbeit mussten die beiden beim Kirchenvorstand der kath. Kirche Dreis-Tiefenbach leisten. Dort befürchtete man, dass der 50 mal 50 mal 100 Zentimeter große Holzkasten, vor den Schalllamellen des Glockenturms angebracht, den Glockenklang beeinträchtigen könnte. Alfred Raab setzte sich mit dem Chef einer Glockengießerei in Verbindung. Der Experte gab Entwarnung. Mittlerweile wurde die Zustimmung zur Montage eines Vogelappartements gegeben, so ist auch dort jetzt ein Nistkasten  montiert  Die ev. Kirche Dreis-Tiefenbach dagegen lehnte die Teilnahme an der Nistkastenaktion ab. Aus „diversen Gründen“ habe sich das Presbyterium gegen die Anbringung eines Nistkastens im Kirchturm entschieden, erklärte Baukirchmeister Volker Braach auf Nachfrage der SZ. Die katholische Kirche Netphen lehnte die Anbringung eines Kastens laut Alfred Raab ebenfalls ab. Der Kirchenvorstand habe befürchtet, dass es durch die Vögel zu Verschmutzungen des Mauerwerks komme, erklärte der Netphener Pfarrer Werner Wegener gegenüber der SZ. Vogelfreundlicher dagegen die Resonanz im Oberen Johannland: Das Holz für diese Nistkästen wurde hier vom Sägewerk Heinz Sting gespendet und sogar auf Maß zugeschnitten. Und der Kasten für Walpersdorf wurde vom Küster aus gespendetem Material des Walpersdorfer Sägewerks zugeschnitten, der Nistkasten für die ev. Kirche Deuz wurde sogar in eigener Regie von der Kirchengemeinde erstellt und den Kasten für Dreis-Tiefenbach spendierte die Schreinerei Gerhard. Auch die ev. Kirche Netphen sei für Eulen geöffnet und beherberge seit vielen Jahren ein oder gar zwei Brutpaare Turmfalken, so Alfred Raab. Ein Nistkasten für Schleiereulen werde seit der nächtlichen Außenbeleuchtung dieser Kirche von den Tieren nicht mehr genutzt. Es solle jedoch ein Vorstoß unternommen werden, die Beleuchtung zum Schutz der Eulen dauerhaft auszuschalten, so Raab. Immer noch sind die Naturschützer auf der Suche nach weiteren Standorten für die Mäusejäger. In Beienbach wird ein Einwohner einen Schleiereulen-Nistkasten bauen, der in seiner Scheune aufgehängt werden soll, weitere Kästen sind für Eschenbach, Werthenbach und Irmgarteichen in der freien Landschaft, z.B. in Scheunen vorgesehen. In Burbach soll die Aktion schließlich in Kooperation mit dem Nabu-Ornithologen Jürgen Sartor in drei Kirchtürmen fortgeführt werden. Zur Zeit laufen Gespräche mit den Kirchengemeinden in Burbach, Holzhausen und Niederdresselndorf. Gemeinden, Kirchengemeinden, Landwirte und Besitzer von Häusern mit „Euleneinfluglöchern“ sind aufgerufen, sich ebenfalls zu engagieren, betont Alfred Raab. Eine Beratung erfolgt gerne, so der Unglinghausener. (Tel. 02732-3344) Eine Bilanz werden die Naturschützer erst nach einer Kontrollrunde zum Abschluss der Brutsaison ziehen können. Gespannt sind Raab und Rasche dann, ob vielleicht sogar eine der seltenen Schleiereulen in ihre Kästen eingezogen ist.
dima Siegen/Berlin. Zum „Vogel des Jahres 2007“ wurde der Turmfalke vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) gewählt. Bereits 1971 kam ein Falke zu diesen Ehren. Damals kürten die Naturschützer den Wanderfalken zum ersten „Vogel des Jahres“ überhaupt. Diese Vogelart stand damals kurz vor dem Aussterben, mittlerweile hat sich der Bestand bundesweit erholt, nicht zuletzt aufgrund zahlreicher Naturschutzaktionen. Sogar in Siegen brüten inzwischen Wanderfalken (die SZ berichtete). Erheblich häufiger kann man im Kreis Siegen-Wittgenstein aber Turmfalken beobachten. Dennoch gehen die Bestandszahlen bundesweit zurück. Ein Grund laut NABU: Nistmöglichkeiten an geeigneten Gebäuden werden häufig verschlossen. Trotzdem leben in Deutschland immerhin noch rund 50 000 Turmfalken-Paare. Werbung für die Falkenart machte in diesem Jahr die Berliner Heilandskirche, die ein Falkennest mit einer Kamera ausrüstete, um Live-Bilder ins Internet zu senden. Tausende Zuschauer nahmen Anteil am Brutgeschehen der Vögel. Als bundesweit erste Kirche wurde die Heilandskirche dafür vom NABU und vom Beratungsausschuss für das Deutsche Glockenwesen mit der Plakette „Lebensraum Kirchturm“ ausgezeichnet.

Naturschutz und Heimat

Der Biologischen Station Rothaargebirge stattete jetzt der Vorstand der Kreisgruppe Siegen des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) einen Besuch ab.
Der gemeinnützige Verein in Erndtebrück unter der Trägerschaft des Kreises Siegen-Wittgenstein ist mit seinen Arbeitsschwerpunkten Bindeglied zu den Naturschutzverbänden. Man profitiert gegenseitig vom Fachwissen der Institutionen und unterstützt sich bei den verschiedensten Exkursionen, Vorträgen und Informationsveranstaltungen. Naturschutz und Heimatpflege der Bevölkerung anschaulich näherzubringen, ist das gemeinsame Ziel. Peter Fasel, als Leiter der Station erläuterte bei der Besichtigung des Gebäudes die Aufgaben der verschiedenen Abteilungen: Hier werden Umweltdaten aus unserem Kreis gesammelt, ausgewertet und archiviert. Tier- und Pflanzenbestände, sowie seltene Biotope in- und außerhalb geschützer Gebiete erfaßt und überwacht. Dennoch seien viele Probleme noch ungelöst, bedauert der engagierte Biologe. Zwar ist die Umweltpollitik in Deutschland erfolgreich gewesen und hat zum Teil sehr deutliche Verbesserungen bei der Reinhaltung von Wasser, Luft und Boden gebracht, doch der anhaltende Rückgang der Artenvielfalt, macht uns Sorgen. Ein besonderes Augenmerk richten Fasel und sein Team auf die hiesige Landwirtschaft. Über dreihundert Landwirte haben auf einer Fläche von 1800 Hektar Bewirtschaftungsverträge abgeschlossen und erhalten damit unsere Kulturlandschaft, etwa durch den Schutz von Hecken und Obstbaumwiesen. Günter Hoffmann, Naturschutzwart beim BUND, hatte noch einen weiteren Vorzug des amtlichen Naturschutzes ausge-macht: Wie wertvoll ist es doch, dass die Biologische Station im praktischen Naturschutz mit einem Pflegetrupp arbeiten kann. Menschen, die auf dem regulären Arbeitsmarkt nur schlechte Chancen haben, werden durch fachliche Anleitung zu zuverlässigen und wertvollen Mitarbeitern und helfen Natur und Umwelt. Kontakt: Biolog. Station Tel.02753/598330

Ökologisch-pädagogischer Schulgarten Grundschule Allenbach

 Gemeinschaftsprojekt BUND und ALL

Die Grundschule Allenbach hat die Initiative zu einem ökologisch-pädagogischen Projekt ergriffen. Der aktive Promotor dabei war die Referendarin Britta Stoppachr, die sich mit großem Engagement um dieses Projekt kümmerte. Es wurde vom BUND initiiert und von der ALLIANZ-Agentur Gerrit Brunke bezuschusst. Auch die Stadt Hilchenbach trug durch eine Sachspende zum Gelingen bei. Von Seiten des BUND hat außerdem der Landschaftsarchitekt Martin Zapletal bei der Planung aktiv mitgewirkt.
Um die Kosten so niedrig wie möglich zu halten, halfen Kinder, Eltern und Lehrer der Schule tatkräftig mit. Zu ihrem Aufgabenumfang gehörten ein Teich, eine Trockenmauer und eine Kräuterspirale sowie das Anpflanzen verschiedenartiger heimischer Gehölze.
Mit diesen Maßnahmen sollen die Schüler praktisch an ökologische Fragestellungen herangeführt werden, wie z.B. die Notwendigkeit der Pflege einheimischer Pflanzen und gesunder Biotope. Sich darum zu kümmern wird Aufgabe der Lehrkräfte sein.

Wir verschönern Siegen

geschafft war nicht nur die Seniorenriege des Bund für Umwelt und Naturschutz von der Umpflanzaktion auf dem Weiß-Flicks?chen Grundstück an der Berliner Straße, geschafft war auch die Standortsuche für etwa 10 Bäume und Sträucher, die als Rettungsaktion im Zusammenhang mit der BUND-Umwelturkundenverleihung an Doris Winters-Nöll eine Rolle spielte. Unter Mithilfe des Siegener Grünflächenamtes konnten eine Hainbuche, ein Rotahorn, eine Esche und mehrere Kleingehölze zwischen Steinen und Geröll aus den Containern hinter dem Bahnhof befreit werden. Durch den Abriß der Häuserzeile am Prellbock fristeten sie fast ein Jahr ihr kümmerliches Dasein. Nun erfreuen sie die Passanten und Erholungssuchenden in der Grünanlage in der Nähe der Deutschen Bank. Nach einem kräftigen Dauerregen hatten Sie eine gute Chance, zu prächtigem Stadtgrün heranzuwachsen.

Gutachten über die Schutzwürdigkeit des Wimmersbachtales

Ein Gutachten über die Schutzwürdigkeit des „Wimmersbachtales“ übergab jetzt eine Abordnung aus Vertretern der ehemaligen Bürgerinitiative gegen Giftmüll aus Rudersdorf. Dem Verein, der sich heute LNW nennt, ist daran gelegen aufzuzeigen, daß die intakten heimischen Landschaftsteile und Gewässer in Rudersdorf auch für nachfolgende Generationen erhalten werden müssen. Allen Planungen, jemals emissionsträchtiges oder bodenverunreinigendes Gewerbe anzusiedeln, soll durch eine biologische Bewertung der Gemarkung die Grundlage entzogen werden. Der Wilnsdorfer Bürgermeister Karl Schmidt nahm den Sachstandsbericht, verfaßt vom BUND-Analysten Ulrich Banken entgegen und zeigte sich von Umfang und Inhalt der Arbeit beeindruckt. Er strebe stets an, Probleme im Konsens zu lösen und signalisierte auch weithin Gesprächs-bereitschaft in Sachen Naturschutz.

Bauerngarten dem Berleburger Awo-Kindergarten zum 25-jährigen Jubiläum übergeben

Wenn sich ein Kindergarten, ein Naturschutzbund und eine Versicherungsgesellschaft zusammentun, dann geht`s natürlich rund. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Awo-Kindertagesstätte in Bad Berleburg haben die Organisatoren gemeinsam mit den Eltern für die Kinder die Ärmel aufgekrempelt. Außer Aktionen, Kaffee. Kuchen und Würstchen stand nämlich nach der Begrüßung im Bürgerhaus ein außergewöhnlicher Programmpunkt an: Der BUND und die Bad Berleburger ALLIANZ-Agentur Spies übergaben offiziell den „Bauerngarten“. Nun sind die Lernbeete angelegt und die Bad Berleburger Awo-Kids dürfen ihre Fähigkeiten als Nachwuchsgärtner täglich unter Beweis stellen und dabei viel Neues lernen. Naturschutz und Förderung des Umweltbewusstseins hat sich der BUND ebenso wie die ALLIANZ-Stiftung „Blauer Adler“ auf die Fahnen geschrieben. Ähnliche Öko-Sponsoring-Projekte konnten bereits mit Hilfe der ALLIANZ in anderen Kindergärten verwirklicht werden.