AK Ernährung – Landbau

Lebensmittelskandale: man ist, was man isst

Zurück zu den Wurzeln – vielleicht auch wieder im eigenen Garten ist der Appell des BUND.

Zurück zu den Wurzeln – vielleicht auch wieder im eigenen Garten ist der Appell des BUND.

„Schimmel im Tierfutter, Betrug bei Bioeiern, Pferdefleischskandal, Mäusekot in Backwaren, Rattengift im italienischen Salat – die Strukturen im konzerngesteuerten Lebensmittelhandel  machen bewusst, dass auf unserem Lebensmittelsektor einiges faul ist. Dies trägt nicht dazu bei, das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen,“ so die BUND-Kreisgruppe Siegen in einer Pressemitteilung.
Das Problem liege zwar auch in der  laschen Handhabung seriöser Kontrollen, doch die Wurzel des Übels hat der Umweltverband bei den Strukturen im Handel ausgemacht. Wenige Konzerne, deren Inhaber nicht umsonst auf der Liste der reichsten Deutschen ganz oben stünden, gäben vor, was bei den meisten Deutschen auf dem Teller lande. Nahrungs – u. Futtermittel würden bei der Jagd nach dem billigsten Anbieter auf der ganzen Welt eingekauft. So stehe bei den meisten Deutschen Honig aus Mexico auf dem Frühstückstisch. Die geforderte  Herkunftsangabe beim Fleisch sei trotz der wiederholten Forderung der Umwelt-u Verbraucherverbände immer noch nicht umgesetzt. Jedem Kunden müsse aber bewusst sein, dass diese Großstrukturen durch seinem Einkauf erst möglich werden.Weite Transportwege, Kühlung für längere Haltbarkeit, Massentierhaltung, Niträt- und Pestzidrückstände sowie Lohndumping würden womöglich gleich mit erkauft. „Wenn selbst der gut

Verdienene möglichst immer billiger essen will, braucht es dringend einen Wertewandel.“ so Rosi Greve vom Arbeitskreis Ernährung und Landbau des BUND. „Billig kann ich mir nicht leisten“ sei deshalb ein besseres Lebensmotto als „Geiz ist geil“. Die Umweltschützer appellieren daher  an das gesunde Bauchgefühl der Menschen. Von weit entfernt herangekarrte Ware würde auf Grund der Lebensumstände in den fernen Ländern zwar billig eingekauft, doch am Ende auf Kosten unserer eigenen Arbeitsplätze in der

Landwirtschaft, sowie unserer Gesundheit teuer erkauft. „Nie waren Lebensmittel so billig, nie waren ihre Nebenwirkungen so teuer“, beklagt der Umweltverband. Grundlegende Reformen müssten dazu führen, dass endlich Klasse statt Masse gefördert werde. „König Kunde“ könne den Ausstieg aus der agarindusrtiellen Überproduktion mit steuern. Ziel müsse der flächen-deckende, umweltfreundliche und tiergerechte Landbau sein der die Umwelt schont, die ländlichen Regionen stärkt und das Gefühl für Nachbarschaft wieder aufleben lässt.

Apfelallergie

ApfelallergieLebensmitteltechniker untersuchten gemeinsam mit Medizinern der Uni Hamburg alte und neu gezüchtete Apfelsorten und kamen zu einem interessanten Ergebnis: Eine Schlüsselrolle spielen die so genannten Polyphenole, die in Pflanzen beispielsweise als Farb- oder Geschmacksstoffe vorkommen. Sie sind vor allem in den alten Apfelsorten wie etwa Boskoop enthalten. Die neuen Apfelsorten weisen dagegen nur geringe Mengen von Polyphenolen auf – sie wurden wegen des säuerlichen Geschmacks weitestgehend herausgezüchtet. Welche alten Sorten verträglich sind oder nicht, wurde bisher kaum untersucht. Hilfe bietet ein Projekt des BUND Lemgo. Dort sammelt man die Erfahrungen, welche Allergiker selbst mit Apfelsorten gemacht haben. http://www.bund-lemgo.de/apfelallergie.html

Dioxin – auch im Siegerland ?

KaelbchenDas Dioxin-Thema allein auf Eier zu beziehen, hat sich längst überholt. Keine Panik zu verbreiten ist angebracht, doch Ursachenforschung ist dringend geboten. Denn: Wer sind die „schwarzen Schafe“? Ist es nicht unsere Geiz-ist geil-Gesellschaft? Vier Lebensmittelkonzerne bestimmen derzeit, was in die Regale kommt. Und das soll billig, billig, billig, sein . Die Zulieferer werden massiv unter Druck gesetzt. Der Preiskampf ist unerbittlich, sonst fliegt die Firma raus. Was ist also die Lösung? – Ein bisschen „mogeln“ um den Preis zu halten, oder die Konkurrenz zu unterbieten! Wird schon keiner merken… Kontrolle? Wer legt sich schon gern mit den Großen der Branche an? Selbst Verbraucher-ministerin Ilse Aigner favorisierte vor wenigen Tagen noch die „Selbstkontrolle“. Tausende von kleinen Metzgereien haben dagegen keine Chance die EU-Normen zu erfüllen und finanziell zu stemmen. Schließen ist die Folge. Oft scheitert es dabei an einem nicht ordnungsgemäß verlegten Fliesenboden oder einem nicht überdachten Gang vom Laden zur Wurstküche. Hygienevorschriften werden gerade bei den kleinen Betrieben oder im privaten Schlachtbereich akribisch überprüft. Erst jetzt musste ein Siegerländer Heimatverein die Vermarktung seiner Wurst im Glas einstellen, weil die Inhaltstoffe nicht vollständig auf dem Etikett deklariert waren. Alte Tradition und Hausrezepte also im Würgegriff der Bürokraten? Werteverlust aber auch durch Globalisierung! Alles soll jederzeit und überall verfügbar sein! Klar ist: Ein Haushaltsbudget muss bei den meisten Menschen heute mehr denn je sorgsam eingeteilt werden. Betrachtet man aber die allgemeine Aufrüstung mit Elektro- u. Technikartikeln, vom neuesten Flachbildschirm bis zum Laubbläser für den Garten, versteht man, dass das irgendwo anders wieder eingespart werden muss. Am liebsten beim täglichen Einkauf. Währenddessen wandern etwa 50% der Lebensmittel aus dem Supermarkt in den Müll, wird in den Haushalten vieles Brauchbare einfach weggeworfen, vergammeln an unseren Obstbäumen im Herbst tonnenweise Früchte. Wichtig wäre in unserer Gesellschaft wieder, zu lernen, wie man mit wenig Geld eine gesunde, vollwertige und schadstofffreie Mahlzeit zubereitet. Das ist auch mit hochwertigen Zutaten möglich. Die gerade eingerichteten Mensen in unseren Schulen und Kitas sind da meist kein gutes Beispiel. Doch gerade hier fängt es an: Das Bewusstsein für das, was Ernährung sein soll: ein L e b e n s m i t t e l. Der Kartoffelsack beim hiesigen Bauern um die Ecke, das Ei von glücklichen Hühnern, kann ein erster Schritt sein!

So geht’s auch! Dioxinfreie Landwirtschaft auf dem Hof Heckseifen

Mitglieder des BUND überzeugten sich auf dem  Bio-Hof der Familie Ohrndorf in Langenholdinghausen von glücklichen Kühen und Hühnern und statteten auch dem Hofladen einen Besuch ab.

EHEC-Skandal – oder Schrebergarten?

bund-siwi-04Sprossen des Bockshornklees aus Ägypten wurden als Verursacher der EHEC-Erkrankungen ausgemacht. Dies zeigt, dass unsere  Lebensmittel weltweit im Austausch sind. Importverbote für deutsche Gurken in Russland, Einfuhrverbote von spanischem Gemüse in Deutschland, kennzeichneten vor Entdeckung des Erregers die Märkte. Die verunsicherten Verbraucher liessen das zunächst in Verdacht geratene Gemüse links liegen. Rieseneinbußen für unsere Bauern folgten. Eins sollte uns aber doch zu denken geben: Völlig unberührt von all den Aufregungen waren jene, die längst auf die Erzeugnisse des eigenen Gartens zurückgreifen oder dem Gemüsbauern um die Ecke vertrauen konnten. Der frische Salat und die knackigen Radischen der Saison lieferten die frühlingsfrischen Zutaten. Nun ist der Skandal in weite Ferne gerückt, doch der BUND bleibt in Sachen Ernährung immer am Ball. Ein Blick in die Obstabteilungen unserer Supermärkte zeigt, dass weiterhin trotz horrender Preise zu weit angereisten Produkten gegriffen wird. Griechische Kirschen das Kilo zu 4.90 €, während sich in den Gärten und den Straßenrändern die Bäume biegen und die Früchte ungenutzt zur Erde fallen. Die Kasse zeigt 2.45 € für das klitzekleine Schälchen Himbeeren, wo doch der Wald voll der herrlichsten Früchte ist.
Hallo!!! Eigene Kräfte und Ideen mobilisieren, werden wir ein Volk von neuen Gärtnern!