AK-Verkehr

Bericht aus dem VGWS-Fahrgastbeiratssitzung 26-06-2013

Siegen. Am 26.06. fand die erste Arbeitssitzung des neu gebildeten Fahrgastbeirates statt. Der Einladung der VGWS waren leider viele der in den Fahrgastbeirat delegierten Mitglieder nicht gefolgt. Vollzählig vertreten waren die VGWS, die Verkehrsunternehmen und der ZWS. Ein positives Zeichen für den Stellenwert, der dem Fahrgastbeirat von dieser Seite beigemessen wird.In einem Vortrag stellte die Südwestfalenagentur das Projekt mobil4you ‚Mehr Mobilität im ländlichen Raum‘ vor. (es gab wohl keinen deutschen Begriff ?) Dabei geht es um die Entwicklung innovativer ÖPNV-Maßnahmen abseits der Ballungsräume unter Berücksichtigung des Demographiewandels. Einzelne, bereits im Hochsauerland und im Kreis Soest umgesetzte Maßnahmen wurden erörtert. Gute Ideen, die vom Land NRW gefördert werden. Ob sie jedoch für den Bereich der VGWS umsetzbar sind, muss im Einzelfall geprüft werden. Ähnliche Konzepte werden bei den Fahrgastverbänden ProBahn und dem VCD schon seit vielen Jahren diskutiert, scheiterten jedoch in der Vergangenheit immer wieder an der Finanzierung. Weitere Infos zum Projekt unter mobil4you
Im Anschluss an den Vortrag wurde über die zukünftige Arbeit und Ausrichtung des Fahrgastbeirates diskutiert. Es wurde deutlich, dass es in der Region genügend Probleme gibt, die schon lange auf Lösungen warten. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit wurden nur noch einige davon angesprochen, dazu gehörten Fahrgastinformationssysteme an den Haltestellen, übersichtlichere Fahrplangestaltung, Probleme der Schüler im Bahn- und Busverkehr, Busverbindungen in kleine Ortsteile, um nur einige zu nennen. Einen gesonderten Punkt nahmen die Probleme bei Verspätungen oder Betriebsstörungen im Bus-Schülerverkehr ein. Hier wurde die Einrichtung einer gesonderten Internetseite angeregt, um die Information und Kommunikation in diesem Bereich zu verbessern. Herr Stephan Degen, VWS, erläuterte, dass seit einiger Zeit ein rechnergesteuertes Betriebsleitsystem für die Busse in Erprobung ist. Dieses System ist als Grundlage für die dynamische Fahrgastinformation an zentralen Bushaltestellen erforderlich. Herr Degen rechnet ab Ende 2013/Anfang 2014 mit dem Einsatz des Informationssystems am ZOB Siegen und an der Haltestelle Kölner Tor.
Die VGWS hat seit kurzem für den Fahrgastbeirat auf der Internetseite http://www.vgws.de/fahrgastbeirat/ ein Kontaktformular für Fragen, Anregungen und Kritik eingerichtet. Der Fahrgastbeirat hofft auf kritische und konstruktive Rückmeldungen vieler Fahrgäste.
Zum Abschluss regte der Sprecher des Fahrgastbeirates, Heinrich Maiworm, an, ihm weitere Themen per e-mail zu senden.
Auf der Seite http://www.vcd-siegen-wittgenstein-olpe.de/vcd-im-fahrgastbeirat/problem-forderungen/ hat der Verkehrsclub Deutschland bereits Themenschwerpunkte gesammelt und verschiedene Anregungen und Kritik zum Bus- und Bahnverkehr zusammengestellt.

Problem am Bahnhof Siegen-Weidenau – 14-06-2013

Die Wegeverbindung Billweg zwischen dem Giersberg und dem Bahnhof Weidenau wird zur Zeit von betroffenen Anwohnern im Umfeld und der Politk diskutiert. Der Verkehrsclub VCD und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Siegen meinen: Ein Durchgang muss erhalten erhalten bleiben! Für Fußgänger und Radfahrer ist der Billweg eine wichtige Wegeverbindung. Diese dient der Anbindung des Weidenauer Bahnhofs und des Einkaufszentrums an die Wohngebiete am Giersberg und dahinter. Mit einem Erhalt  dieser  Fußgänger- und Radwegverbindung durch eine Teileinziehung ergäben sich für alle Beteiligten Verbesserungen, auch für die Industrie. Eine vollständige Sperrung zwingt Radfahrer und Fußgänger zu einem Umweg über die Siegtalstraße und der Straße „Auf den Hütten“. Eine Wegeinziehungen wird seitens von Politik und Verwaltung zu oft zulasten der Bürger durchgeführt, wie in auch angrenzenden Kommunen beobachtet werden konnte. Dabei dienen kurze Wege der Verkehrsentlastung, da so mancher Bürger sein Auto stehen lassen kann. Dies sollte auch im Sinne einer Klimakommune sein, die sich um die Reduzierung von Abgas-u. Feinstaubbelastung in den Innenbezirken bemüht.


VGWS-Fahrgastbeirat – 26-06-2013

Auf der nächsten Sitzung des Fahrgastbeirates am 26-06-2013 wird von der Südwestfalen Agentur das Projekt Mobil4you vorgestellt. Beginn der Sitzung ist 16:30 Uhr in Siegen.
Weitere Infos zu mobil4you


20 Jahre Semesterticket an der UNI-Siegen
fast 3mal soviele Fahrgäste wie vor 20 Jahren
ca. 400 Mil. km weniger Autofahrten, ca. 65 Mil. kg CO2 eingespart

Seit 20 Jahren nutzen die Studenten der UNI-Siegen das Semesterticket. Vor der Einführung des Semestertickets nutzen 14,5% der Studenten Bus und Bahn auf dem Weg zur UNI. Heute, nach 20 Jahren, liegt der Anteil bei 42%. Doch wie ist es dazu gekommen? 1990 gründete sich der Arbeitskreis Verkehr an der UNI-GH-Siegen. Mitglieder waren Achim Walder (Initiator und lange Jahre Vorsitzender), Prof. Hannes Sauer (Stell. Vorsitzender und FB Architektur), Prof. Bernward Engelen (FB Chemie), Anton Werner (Studiendirektor Musik), Reinhold Juckenack, Phillip Mothershaw (Lehrbeauftragter Englisch), Dr. Herbert Kenppe (FB Chemie), Thomas Reincke, Magnus Muth und Stefan Weh (Studenten) sowie Dr. Reinhold Schulze (FDP) und Wilhelm Rothenpieler (CDU).
Sehr schnell wurde klar, dass sich die Verkehrsprobleme nicht ohne die Verkehrsunternehmen, die Stadt Siegen … => 20 Jahre Semesterticket


‘Interessenvertretung der Bus- und Bahnnutzer Südwestfalen’ (BUND)

Nach vergeblichen Versuchen der BUND-Kreisgruppe, bereits 1993 einen Fahrgastbeirat für die Region Südwestfalen (Kreis Siegen-Wittgenstein und Kreis Olpe) einzurichten, wurde vom BUND der Arbeitskreis ‘Interessenvertretung der Bus- und Bahnnutzer Südwestfalen’ ins Leben gerufen. In den monatlichen Treffen, an denen Günter Padt (Deutsche Bundesbahn), Dr. Heinz Schaldach (VWS-Vorstand) und Günter Schneider (Geschäftsführer Westfalenbus), Achim Walder (BUND) der auch den Vorsitz übernahm, Günter Linde (Arbeitskreis Schienenverkehr), Anton Werner (VCD), Herr Werner Sasse (Aussichtsrat VWS), Dr. Reinhold Schulze (FDP), Jürgen Weiskirch (ÖTV), Willi Braase (DGB), Ines Schulte-Wilde (BUND), Roland Abel (SPD-Kreistag) und auch Bus- und Bahnfahrgäste teilnahmen, wurden Problembereiche wie Fahrpläne, Anschlusszeiten, Fahrpreise, Verbundfahrkarten usw. regelmäßig erörtert. Leider gelang es 1995 nicht, dieses Gremium in einen Fahrgastbeirat umzuwandeln.
Weitere Infos zum neuen Fahrgastbeirat beim Verkehrsclub-Deutschland


Umbau Bahnhof Siegen – Runkel als Investor

Zu einem Aktionsbündnis Bahnhof Siegen haben sich jetzt unter der Federführung des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) interessierte Bürger und Verbände zusammengeschlossen. Als erste Maßnahme sollen an allen vier Adventssamstagen vor Weihnachten in der Bahnhofstraße ab 11.00 Uhr Unterschriften für eine geänderte Variante der vorgestellten Pläne des Investors gesammelt werden, die bei Erfolg in ein Bürgerbegehren münden sollen. Den Akteuren geht es dabei um ein größeres Mitspracherecht in Bezug auf Außengestaltung und Funktion eines öffentlichen Bahnhofs, der den heutigen Erfordernissen gerecht wird. Bessere Zugänglichkeit und Behindertenfreundlichkeit, Aufenthaltsräume, Infopunkte, attraktive Außengestaltung, auch unter Berücksichtigung der Historie und die Verwirklichung zeitgemäßer ökologischer Kriterien sind nur einige Punkte.


Aufstellung eines Lärmaktionsplanes (Stufe 1) für die Stadt Siegen

Gemeinsame Stellungsnahme (STN) von BUND und NABU und stimmen dem vorgelegten Lärmaktionsplan (Stufe 1) zu.
Die durch die vorgelegte Richtlinie 2002/49/EG des Europäischen Parlamentes geforderte Aufgabenstellung wird konsequent abgearbeitet mit dem Ziel, Umgebungslärm zu verhindern, ihm vorzubeugen oder zu mindern. – Zu diesem Zweck sind schon seit Jahren Lärmmessungen vorgenommen worden. – Es wurden dann strategische Lärmkarten für die zentralen Verkehrsachsen von Straßen, Autobahnen und Eisenbahnstrecken erstellt. Der erste Kartierungsschritt erfolgte durch das LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz und wurde durch das landesweite Internet-Portal www.umgebungslaerm.nrw.de jedermann zugänglich gemacht. – Der TÜV Rheinland hat diese Karten dann für den Bereich des Straßenverkehrslärms plausibilisiert und aktualisiert.Maßnahmen zur Minderung des Verkehrslärms obliegen der Gesetzgebung des Bundes, des Landes, Verordnungen der Städte und Gemeinden und schließlich dem einzelnen Verkehrsteilnehmer. Für die Stadt Siegen wurden hier gemäß Vorschrift der o. g. Richtlinie die Hauptverkehrsadern mit über 6.0 Mio. Kfz/a.untersucht. Für die Grenzwerte wurde die strategische Lärmkartierung des MUNLV NW von 70 dB(A) für den Tag und 60 dB (A) für die Nacht zugrunde gelegt. – Auch die Zahl der durch besonders hohe Lärmwerte betroffenen Menschen wurde für diese Verkehrsachsen ermittelt. – Daraus wurde dann für die 5 in Kapitel 5.2. genannten sog. „Hot –Spot -Bereiche“ wie Eiserfelder, Weidenauer, Siegtal- und Frankfurter Straße und für den Autobahnzubringer in Siegen-Mitte die am dringlichsten erforderlichen Maßnahmen herausgearbeitet. – Die Stadt Siegen hat schon in der Vergangenheit durch den Bau der HTS, die zahlreichen Zubringer zu dieser, Tunnel statt Aufständerungen der HTS, Lärmschutzwände an der HTS und weitere Straßenbaumaßnahmen im Innenbereich Maßnahmen ergriffen, um den Verkehr flüssig zu machen. Auch ist der LKW- Verkehr weiter aus der Innenstadt auf die HTS gedrängt worden, sodass hier vornehmlich Linienverkehr durch Busse und nur Lieferverkehr statt Durchgangsverkehr durch LKW erfolgen kann. – Auch weitere Innenstadtbereiche konnten so für die Fußgängerströme von der Unter- zur Oberstadt freundlicher und Lärm mindernder gestaltet werden. – Weitere Maßnahmen waren die forcierte Neuanschaffung von schadstoffarmen Bussen und die Deckenerneuerung auf Straßen. – Auch das Radwegenetz wurde zuletzt 2006 um 1 km erweitert und auf 3 km durch Beleuchtung sicherer gemacht. – Der Dialog mit besonders Betroffenen wurde von der Stadtverwaltung gesucht, um diese über die Inhalte und Ziele der EU- Umgebungslärmrichtlinie zu informieren und Kritik und Anregungen von diesen entgegen genommen. – Auch die in Kapitel 7 aufgeführten und angestrebten weiteren geplanten Maßnahmen (lärmarme Fahrzeuge, bauliche und verkehrsrechtliche Maßnahmen, Verkehrsfluss fördernde Maßnahmen, Parkmanagement, stadtnahe Wohngebiete und verkehrliche Maßnahmen) zeigen den Willen zur Verbesserung der in den engen Tallagen Siegens vorhandenen Lärmsituation. Für weitere Planungen zur Verbesserung der Lärmsituation sind jedoch nach Ansicht der Naturschutzverbände grundsätzlich auch neue Ansätze ins Auge zu fassen. Die über Jahrzehnte erfolgte fortschreitende Zentralisierung der Eisen- und Stahlindustrie einschließlich der Zulieferbetriebe hat immer mehr Verkehr angezogen. So strömen jeden Tag große Teile der arbeitenden Bevölkerung und des Material – und Energietransportes in und aus der Stadt. Leider ist in der Vergangenheit Wert ausschließlich auf den Ausbau des Straßennetzes gelegt worden. Der Öffentliche Nahverkehr (viel flexiblere und kleinere Taktbusse) ist vernachlässigt worden. Das Schienennetz sowohl in der Stadt (damals gab es noch eine Straßenbahn!) als auch das Bahnnetz an den Hauptachsen von und nach Siegen sind weitgehend für den Personenverkehr abgebaut worden. – Des Weiteren muss stärker am Ausbau des Radwegenetzes gearbeitet werden.  – Für die Innenstadt wäre ein zusammenhängendes Fußgängerverbundsystem erforderlich. Im sog. „Zielkatalog Siegen-Mitte“– konnte man sogar Bäume in der Sandstraße sehen und große fußläufige Bereiche. – Wünschenswert wäre endlich das Anstreben von Gewerbegebieten an der Schiene auf alten Brachflächen, die in Zukunft von Berufstätigen und den Gütern durch die Bahn energie- und lärmfreundlich erreicht werden können. Leider sind diese Flächen immer wieder durch Großdiscounter fehl genutzt worden, wodurch der Verkehr geradezu von der HTS in die Weidenauer Straße, die Sandstraße  und die Koblenzer Straße zu den Verkaufszentren geleitet worden ist. – Erforderlich ist ein Nahversorgungsnetz in den Vororten von Siegen, für die ständig älter werdende Bevölkerung. Dazu gehören alle sozialen Einrichtungen für die ortsnahe Versorgung der Bevölkerung, sodass ein großer Teil der Bevölkerung nicht wegen jeder Kleinigkeit in die Stadt fahren muss. – Selbst an Wochenenden ergießen sich wegen zahlreicher Feste aus jedem erdenklichen Anlass wahre Verkehrsströme in die Innenstadt. – Eine weitere Möglichkeit könnte in dem Wiederaufleben des „Park und Ride“ – Gedankens, bestehen, wenn man ortsnahe Parkplätze außerhalb geschaffen hätte. – Seelbach war viel zu weit entfernt.- Vieles liegt allerdings nicht in der Hand der Behörden, sondern betrifft das Festhalten an der grenzenlosen Freiheit des Autofahrers selbst. – Hier helfen wahrscheinlich nur Plaketten bzw. teurer Sprit, um sich z.B. für Fahrgemeinschaften zu entscheiden. – Wir hoffen, Ihnen mit diesen wenigen Vorschlägen gedient zu haben.
Jürgen Sartor (NABU) + Ulrich Banken (BUND- KG Si/Wi)


 

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