Bericht 30 Jahre BUND

30 Jahre BUND-Kreisgruppe | So fing alles an

Am Anfang stand die Frage: Wieso will da jemand eine Autobahn durch unser schönes Rothaargebirge bauen?

Bund1
Irmtraud und Friedel Henstorf, Johannes und Barbara Laaser, Doris und Ulrich Banken, Jürgen und Renate Krumme, Traute Fries, Helmut Irle, Barbara und Werner Schäfer

Schon in den 70er Jahren hatten sich die ersten Bürgerinitiativen gegen dieses Projekt gebildet. Irgendwann wurde ich auf die Aktivitäten des BUND aufmerksam, der im Jahre 1975 von dem Zoologen Prof. Grizmek, dem Naturforscher Horst Stern und anderen namhaften Wissenschaftlern ins Leben gerufen wurde. Ich sah, dass diese Organisation unsere Interessen im Umweltschutz vertritt, wusste aber auch, dass wir den BUND auf Landesebene durch unsere Mitgliedschaft stärken sollten. Als meine Frau und ich im August 1979 beitraten, gab es noch keine Kreisgruppe in Siegen. Wir besuchten aber die jährlichen Mitgliederversammlungen des Landesverbandes. Er hatte damals ca. 2000 Mitglieder und es gab noch keine Delegierten. Auf einer der Versammlungen regte der NRW-Vorstand an, doch in Siegen eine Kreisgruppe zu gründen. Aber wie? Ich hatte keine Ahnung, wie man so etwas macht, ich war auch kein Fachmann – weder in Biologie noch im Umweltschutz – und ich hatte beruflich als Ingenieur eigentlich genug zu tun. Die Leute vom Landesverband blieben aber hartnäckig: Sie würden mich schon unterstützen, und es reichte ja, wenigstens einmal die schon im Kreis vorhandenen Mitglieder zusammen kommen zu lassen. „Hier ist die Liste, versuchen Sie es einfach mal.“ Nun galt es, einen Raum zu organisieren und alle Leute anzuschreiben. Und tatsächlich kamen 19 Personen in die Bismarckhalle; einige mit Kenntnissen in Biologie und Chemie, aber niemand wollte die Leitung der Gruppe übernehmen. Also musste ich es wohl machen…. Organisieren konnte ich, und  tatsächlich fanden sich einige Mitglieder, die etwas beitragen, vortragen oder bearbeiten konnten. An Themen hat es uns nie gefehlt. Bis heute haben wir Umweltschützer immer die Qual der Wahl zwischen all den wichtigen und dringlichen Aufgaben und diese mit der nötigen Ausdauer zu verfolgen. Die Erfolgserlebnisse ließen manchmal auf sich warten, aber die Kreisgruppe hat sich durch immer neue Mitglieder gut entwickelt. Ich muss aber auch erwähnen, dass wir von Beginn an eine freundschaftliche Zusammenarbeit mit dem NABU führen konnten – nie gab es Streit, und manche sind Mitglied in beiden Organisationen. 1991 musste ich aus beruflichen Gründen (Dienstsitz in Frankfurt) die Arbeit für die KG absolut einstellen. So war ich aber sehr froh, dass die Gruppe inzwischen so stabil war, dass es auch ohne mich weiterging. Immerhin waren aus der „kurzen Übergangszeit“ im Nu 10 Jahre geworden. Mein Dank gilt allen, die früher oder später mit angepackt haben und zum Teil heute noch aktiv sind. Von 69 eingetragenen Namen im Gründungsjahr 1982  sind noch 28 dabei. Nur mit gemeinsamer Anstrengung konnten wir das bis heute Erreichte festigen. Inzwischen ist die Mitgliederzahl auf etwas über 300 angewachsen. Aus dem Erfahrungspotenzial unserer Förderer aus dem Garten-und Landschaftsbau, dem Forstwesen, der Landwirtschaft, Architektur und Ärzteschaft sowie einiger weitblickender Politiker und zahlreicher anderer Unterstützer können wir bis heute schöpfen. Der BUND ist inzwischen überall bekannt, einflussreich und schlagkräftig – auch mit knappsten Mitteln – , aber immer noch unverzichtbar: Gegenläufige Wirtschaftsinteressen, Lobbyisten, unbedarfte und eigennützige Naturzerstörer rufen uns bis heute auf den Plan. Unsere Arbeit geht nie aus…

Ich wünsche der Kreisgruppe weiterhin viel Ausdauer und Erfolg!

Friedrich Henstorf
– Gründungsmitglied der BUND-Kreisgruppe Siegen-Wittgenstein – Unser ganzer Dank galt bei der Jubiläumsfeier in der Siegerlandhalle den anwesenden Mitstreitern des Aufbruchsjahres 1982 , die uns bis heute treu geblieben sind.

Schreibe einen Kommentar