Juli-Wanderung des BUND

Warum sollen nicht auch die Nichturlauber in den Großen Ferien etwas unternehmen? So verabredete man sich kurzerhand zu einem Besuch von Manfred Stangier’s „NaKuMe“ in Obersdorf -Rödgen am Höhenweg. Das „NaturKunstMensch“- Zentrum  zeigte sich in dieser Jahreszeit in seiner vollsten Blütenparacht. Auf der Wiese vor dem Buchewald führte uns der ehemalige Biologielehrer von einer Wilnsdorfer Schule in sein neues Projekt ein. Voll Erstaunen konnten wir die vielen Kleinbiotope, die auf verschiedenen Gesteinsarten errichtet wurden, besichtigen. Nimmt man es genau, so ist das sogar schon ein kleiner Botanischer Garten mit fast 700 verschiedenen Pflanzen. Da findet man eine Quelle mit Bachlauf, der in einer kleinen Schlucht in einen Teich mündet. Umrandet ist das Ganze von Feld-, Wiesen- und Waldbiotopen. – Viele kleine Kunstwerke stehen versteckt in der Landschaft. Allerlei Seltenheiten wachsen hier auf Kleinbiotopen wie Moortümpel, Sumpfried, Ruderalstelle, Steinhaufen und Felsformation. Nach dieser gelungenen Führung, für die wir Manfred ein herzliches Dankeschön sagen, stärkte man sich in der Gaststätte auf der Eremitage. – Dann ging es mit frischem Elan ins FFH-Gebiet „Weissbachtal“. Auf dem ca. 5,5 km langen und in „Fredes Wanderführer“ gut beschriebenen Rundkurs konnte man auf den Wiesen und im Wald die wunderbare Symbiose zwischen Wildpflanzen und Insekten bestaunen. Das „Flora-Fauna-Habitat“ gehört heute zu den fest installierten Schutzgebieten von „gemeinschaftlichem“ Interesse der Europäischen Gemeinschaft. Die Pflege erfolgt nach genau festgeschriebenen Anweisungen nach Förderprogrammen und unter Beachtung des „Verschlechterungsverbot“.

Weitere Solarstrom-Gemeinschaftsanlagen in Planung

Die Hofgemeinschaft des Birkenhofes stellt gerne weitere Dachflächen für Solarstromanlagen zur Verfügung. Auf dem Dach des Gemüselagers kann kurzfristig eine weitere Gemeinschaftsanlage errichtet werden.Daneben laufen Planungen zur Errichtung von Bürgersolarstromanlagen auf städtischen Gebäuden im Stadtgebiet Siegen. Beteiligungen an Solarstrom-Gemeinschaftsanlagen sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sie sind auch eine attraktive Geldanlage. Wenn es gelingt, die Anlagen zum größten Teil oder sogar komplett aus den Einlagen der Beteiligten zu finanzieren (ohne Bankdarlehen), werden bereits ab dem ersten Betriebsjahr Überschüsse erzielt, die für Ausschüttungen an die Beteiligten zur Verfügung stehen.Nähere Informationen zu den Projekten und den Beteiligungsmöglichkeiten können angefordert werden bei: Brigitte Korpok, Gewerbestr. 26, 57078 Siegen, Tel. privat 0271/8706939, Tel. Büro 02732/582346, Email  sonnenstrom@korpok.de

Neue Sonnenstromanlage auf dem Birkenhof

OLYMPUS DIGITAL CAMERA‚Die internationale Staatengemeinschaft versagt im Kampf gegen den Klimawandel. Die Ergebnisse von Bali sind meilenweit von dem entfernt, was im Kampf gegen die bereits spürbaren Auswirkungen des Klimawandels notwendig wäre….Die Bundesregierung ist bisher zwar Weltmeister im Verhandeln und Ankündigen von Klimazielen, spielt bei der Minderung der CO2-Emissionen im eigenen Land aber in der Kreisliga“. Es sei notwendig, dass Deutschland in Zukunft nicht nur verbal eine Vorreiterrolle im Klimaschutz einnehme, sondern tatsächlich ernst mache bei der Reduktion der Klimagase. Vielen Menschen, auch in unserer Region, ist es ein Anliegen, über Klimawandel nicht nur zu reden, sondern selber zu handeln. Im Oktober 2007 haben sich daher 15 Menschen zusammen gefunden und eine Gesellschaft gegründet, um von der Hofgemeinschaft des Birkenhofes in Wilnsdorf-Wilgersdorf den südwestlichen Teil des Kuhstalldaches zu pachten und dort eine zweite Solarstromanlage zu installieren und zu betreiben. Die Gesellschafter beteiligen sich mit unterschiedlich hohen Einlagen ab 500 € an der Sonnenstrom Birkenhof GbR und produzieren auf diese Weise zumindest einen Teil des von ihnen verbrauchten Stroms auf umweltfreundliche Weise selbst. Direkt nach Gründung der Gesellschaft Mitte Oktober wurde die Fa. Öko-Tec Solartechnik Beck aus Siegen beauftragt, die Solarstromanlage zu installieren. Bereits wenige Tage später begannen die Aktivitäten im und auf dem Kuhstall. Auf dem Dach wurden zunächst die Dachanker befestigt, danach Schienen angebracht und die Solarmodule eingepasst. Danach kamen die Arbeiten im Stall dran. Die Wechselrichter, die den produzierten Strom von Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln, und ein neuer Zähler wurden installiert und mit den Modulen auf dem Dach verkabelt. Foto: Michael Beck Die Außenarbeiten wurden oft durch schlechtes Wetter (Regen, Sturm und Schnee) behindert, aber Michael Beck und seine Mitarbeiter kamen trotzdem zügig voran. Und am Montag, 12.11.2007, war es dann soweit: Die Anlage wurde ans Netz des RWE angeschlossen und speist seitdem umweltfreundlichen Strom ins Netz ein. Inzwischen wurde noch eine Anzeigetafel am Stallgebäude angebracht, auf der alle Hofbesucher ablesen können, wie viel Strom die beiden Solarstromanlagen auf dem Hof produzieren. Am Samstag, 17. November, trafen sich die Beteiligten mit ihren Familien und Gästen auf dem Hof zur offiziellen Einweihung der Anlage und hoffen nun auf sonnige Zeiten! Für die technisch Interessierten einige Daten: Module: 104 Module von Sharp (180 W) Peak-Leistung der Anlage: 18,72 kW PV-Generatorfläche: ca. 140 m² Vorauss. Jahresertrag: mindestens 15.000 kWh Foto: Michael Beck

BUND kritisiert deutlich die Entlassung von Naturdenkmälern aus dem Naturschutz

Die Kreisgruppe des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND)hat in einer Stellungnahme deutlich die Entlassung von 61 Naturdenkmälern (Bäumen) aus dem Naturschutz kritisiert. Dass Bürgerinnen und Bürger durch die Bäume verletzt werden könnten, sei nur ein vorgeschobenes Argument der verantwortlichen Stellen. In Wirklichkeit wolle man beim nur Kosten einsparen, die die Kontrolle und Pflege  verursache, mutmaßen die Umweltschützer. Kreis und Gemeinde Wilnsdorf schöben sich in dieser Sache gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Der BUND stellt mit Bedauern fest, dass in der letzten Zeit immer mehr Aufgaben auf die Bürger abgewälzt werden. So auch die geplante Haftung der Grundstückseigentümers für die Naturdenkmale „im Rahmen des Zumutbaren“, was auch immer dieses bedeute. Die CDU/FDP Landesregierung verlasse so die von der Vorgängerregierung eingetretenen ökologischen Pfade. Für viele Privatgrundstücke im Außenbereich entfalle der strenge notwendige Biotopschutz wie z. B. in Wilnsdorf. Dies betreffe unter anderem Orchideenwiesen sowie Magerwiesen und – weiden. Der BUND warnt davor,  die Naturschutzplanungen in Arnsberg, die angeblich neu aufgerollt werden sollen, gegen die Natur zu führen. In einer aufwändigen Nachschau hat der Naturschutzverband zusammen mit dem NABU und der Unteren Landschaftsbehörde versucht, einige  Naturdenkmale zu retten. Allein in Wilnsdorf ist man noch einmal fünfzig Naturdenkmale abgegangen! „Bäume symbolsieren von altersher  Brauchtum, Vitalität und Lebenskraft. –  „Mein Freund, der  Baum“ darf nicht länger eine blosse Worthülse sein, fordern die Naturfreunde noch einmal mit Nachdruck und hoffen nun, dass bei der Regierung dazu das letzte Wort gesprochen wird.

BUND-Umweltpreis an ‚Pro Johannlandbahn e.V.‘

Es hat nicht geklappt! In Netphen werden Schienen abgerissen! Anderorts wie bei der Daadetalbahn, der Hellertalbahn, der Rothaarbahn und der Siegtalstrecke werden für den Personenverkehr immer mehr Gleise reaktiviert und frequentiert, aber nicht so in der Ge-meinde Netphen. Dabei war es ausdrückliches Ziel des neuen Regionalplanes „die Schienen-verbindung Siegen – Netphen – Deuz (Johannlandbahn durch infrastrukturelle Maßnahmen zu verbessern und für eine Reaktivierung des Personennahverkehrs vorzubereiten. Auch neue Argumente im Frühjahr 2007, die Strecke nach der Sturmkatastrophe für den Holztransport und viele ortsansässige Betriebe zu erhalten – mal ganz abgesehen von ihrer touristischen Bedeutung für Zugang zum Rothaarsteig – haben in Netphen kein Umdenken gebracht. Nach wie vor quält sich der Individualverkehr lärmend und stinkend auf kurvenreichen Straßen durch das Netpherland. War es Unkenntnis, Gleichgültigkeit oder gar Unfähigkeit zum Um-denken in der Netphener Verwaltung und den verantwortlichen Parteien beim Kreis Siegen- Wittgenstein im Zeitalter der global drohenden Klimakatastrophe aus kurzsichtigen wirt-schaftlichen Erwägungen dieses Vorhaben der Reaktivierung der Johannlandbahn abzu-schmettern?
Die Bürgerinitiative “Pro Johannlandbahn e.V.” hatte sich für die Wiederinbetrieb-nahme des schienengebundenen, öffentlichen Personennahverkehrs auf der Strecke (Werthen-bach -) Deuz – Netphen – Siegen – Hauptbahnhof eingesetzt. Der Verein wurde im Frühjahr 1998 gegründet. Sein Ziel war die Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Johannland-bahn. Um dies zu erreichen, führten sie Informations- und Aufklärungsveranstaltungen durch. Sie  suchten den Kontakt zu Politikerinnen und Politikern aller Parteien und zu Verkehrsbe-trieben. Sie berieten Bürgerinnen und Bürger sowie Planer etc. Dazu boten sie Präsentationen und Diskussionen an. In ihren Zeitungen erkennt man nicht nur idealistisches Engagement, sondern vor allem Beharrlichkeit, Gründlichkeit und Professionalität. Wie Umfragen, Presse-berichte, Unterschriftensammlungen zeigen, suchte die Initiative stets den Konsens mit der breiten Öffentlichkeit und fand ihn auch.
Wie aus den Darstellungen im heute gültigen Regionalplan hervorgeht, war der Verein in seiner Argumentation den modernen Gründen „Pro Bahn“ und gegen „Nur Auto“ praktisch um fast 10 Jahre voraus.

Mehr Infos => Bürgerinitiative ‚Pro Johannlandbahn‘

Baumschutz in SiWi 2007

Ist der Baumschutz im Kreis Siegen-Wittgenstein am Ende? fragt der BUND in Siegen. Der Umweltverband ist bestürzt  über den derzeit vermehrte Fällungen von schützenswerten Bäumen, aktuell die Kastanie in Buschhütten. Unabhängiger Sachverstand und Sensilibität im Umgang mit dem Lebewesen Baum, sei sowohl bei vielen Investoren als auch bei manchen Behörden kaum noch gefragt, bedauert der Umweltverband.Kosten-Nutzen Relationen bestimmen vielfach über Lebensdauer eines Stadtbaumes und- ein immer wieder gern benutztes „Totschlag“-Argument: Die Verkehrssicherungspflicht! Troz dieser negativen Vorzeichen wolle der BUND in unserer Heimat zusammen mit vielen Naturschützern und Baumfreunden weiterhin den Versuch unternehnen landesweit verbindliche, zukunftsfähige Lösungen beim Baumschutz zu finden. Dazu zählen vor allem einheitliche Leitlinien zum Schutz der Stadt- und Straßenbäume – zusammengefasst in einer Baumschutzrichtlinie NRW. Nur so könne künftig gewährleistet werden, dass nicht mehr jede einzelne Kommune – je nach fachlicher Kompetenz und politischer Neigung – für sich entscheiden kann, was an einem Baum schützens- und erhaltenswert sei, oder nicht.   Im Falle der Calvin-Buche am Vogelsang hat der BUND schon am 20. April 2006  beantragt den Baum unter Denkmalschuz zu stellen. Die wurde von der zuständigen Behörde abgelehnt. Dazu passt die Planung des Kreises Siegen-Wittgenstein im Zuge einer Änderung der Naturdenkmalverordnung die Liste der ausgewiesen Naturdenkmale erheblich zusammen zustreichen.“Stadtbäume brauchen unsere Hilfe“ appeliert deshalb BUND Naturschutzwart Günther Hoffman an die Bevölkerung und bittet um Mithilfe für „mein Freund. den Baum unter bund-siegen @gmx.de

Alfred Raab und Thomas Rasche montierten Turmfalken-Wohnungen in Glockentürmen

BUND-SIWI_Alfred-Raab_Turmfalken.jpgWeit über dem Turm der Walpersdorfer Kirche zieht ein winziger Punkt am wolkenlosen blauen Himmel Kreise. Erst ein Blick durchs Fernglas bringt Klarheit: Aus dem Punkt wird ein Turmfalke, ein im Kreisgebiet verbreiteter kleiner Greifvogel, der vom Naturschutzbund Deutschland zum Vogel des Jahres 2007 gewählt wurde. Der Mäusejäger interessiert sich offensichtlich für das Gotteshaus. Genauer gesagt, für eine frisch gezimmerte Holzkiste im Glockenturm. Ebenfalls Interesse an der Kiste zeigen Alfred Raab und Thomas Rasche, als Naturschützer der Bund- und Nabu-Kreisgruppe aktiv, mit besonderem Faible für Greifvögel. Zum zweiten Mal seit dem vergangenen Herbst klettern die Naturschützer auf der senkrecht installierten Stahlleiter in die Turmspitze. Noch sitzt kein Falke in der Kiste. Und zwar obwohl bereits zahlreiche Walpersdorfer Bürger mit Interesse die Flugmanöver der Vögel rund um den Kirchturm beobachteten. Andernorts hatten die Vogelschützer bereits Erfolg. In verschiedenen Kirchtürmen brüteten Turmfalken in diesem Jahr mit Erfolg in den neuen Kisten. Im vergangenen Jahr nahmen Alfred Raab und Thomas Rasche Kontakt mit Kirchengemeinden im Netpherland auf. Zuvor hatte das Naturschutzduo eine Kirchturm-Rundreise absolviert. Nicht jeder Glockenturm schien den beiden als Falkendomizil geeignet. Zur Montage der geräumigen Falkenwohnung wird Platz benötigt. Und natürlich muss ein geeignetes Einflugloch für die Vögel vorhanden sein. Einige Türme eigneten sich sogar zur Anbringung eines großen Kombikastens. Mit Brettern unterteilt, könnten hier tagaktive Falken oder nachtaktive Schleiereulen brüten. Zusagen von den katholischen Kirchengemeinden Irmgarteichen, Hainchen, Salchendorf, Helgersdorf, Walpersdorf und Werthenbach und der ev. Kirche Deuz erhielten die Nabu-Aktiven ohne Probleme, erklärte Alfred Raab. Überzeugungsarbeit mussten die beiden beim Kirchenvorstand der kath. Kirche Dreis-Tiefenbach leisten. Dort befürchtete man, dass der 50 mal 50 mal 100 Zentimeter große Holzkasten, vor den Schalllamellen des Glockenturms angebracht, den Glockenklang beeinträchtigen könnte. Alfred Raab setzte sich mit dem Chef einer Glockengießerei in Verbindung. Der Experte gab Entwarnung. Mittlerweile wurde die Zustimmung zur Montage eines Vogelappartements gegeben, so ist auch dort jetzt ein Nistkasten  montiert  Die ev. Kirche Dreis-Tiefenbach dagegen lehnte die Teilnahme an der Nistkastenaktion ab. Aus „diversen Gründen“ habe sich das Presbyterium gegen die Anbringung eines Nistkastens im Kirchturm entschieden, erklärte Baukirchmeister Volker Braach auf Nachfrage der SZ. Die katholische Kirche Netphen lehnte die Anbringung eines Kastens laut Alfred Raab ebenfalls ab. Der Kirchenvorstand habe befürchtet, dass es durch die Vögel zu Verschmutzungen des Mauerwerks komme, erklärte der Netphener Pfarrer Werner Wegener gegenüber der SZ. Vogelfreundlicher dagegen die Resonanz im Oberen Johannland: Das Holz für diese Nistkästen wurde hier vom Sägewerk Heinz Sting gespendet und sogar auf Maß zugeschnitten. Und der Kasten für Walpersdorf wurde vom Küster aus gespendetem Material des Walpersdorfer Sägewerks zugeschnitten, der Nistkasten für die ev. Kirche Deuz wurde sogar in eigener Regie von der Kirchengemeinde erstellt und den Kasten für Dreis-Tiefenbach spendierte die Schreinerei Gerhard. Auch die ev. Kirche Netphen sei für Eulen geöffnet und beherberge seit vielen Jahren ein oder gar zwei Brutpaare Turmfalken, so Alfred Raab. Ein Nistkasten für Schleiereulen werde seit der nächtlichen Außenbeleuchtung dieser Kirche von den Tieren nicht mehr genutzt. Es solle jedoch ein Vorstoß unternommen werden, die Beleuchtung zum Schutz der Eulen dauerhaft auszuschalten, so Raab. Immer noch sind die Naturschützer auf der Suche nach weiteren Standorten für die Mäusejäger. In Beienbach wird ein Einwohner einen Schleiereulen-Nistkasten bauen, der in seiner Scheune aufgehängt werden soll, weitere Kästen sind für Eschenbach, Werthenbach und Irmgarteichen in der freien Landschaft, z.B. in Scheunen vorgesehen. In Burbach soll die Aktion schließlich in Kooperation mit dem Nabu-Ornithologen Jürgen Sartor in drei Kirchtürmen fortgeführt werden. Zur Zeit laufen Gespräche mit den Kirchengemeinden in Burbach, Holzhausen und Niederdresselndorf. Gemeinden, Kirchengemeinden, Landwirte und Besitzer von Häusern mit „Euleneinfluglöchern“ sind aufgerufen, sich ebenfalls zu engagieren, betont Alfred Raab. Eine Beratung erfolgt gerne, so der Unglinghausener. (Tel. 02732-3344) Eine Bilanz werden die Naturschützer erst nach einer Kontrollrunde zum Abschluss der Brutsaison ziehen können. Gespannt sind Raab und Rasche dann, ob vielleicht sogar eine der seltenen Schleiereulen in ihre Kästen eingezogen ist.
dima Siegen/Berlin. Zum „Vogel des Jahres 2007“ wurde der Turmfalke vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) gewählt. Bereits 1971 kam ein Falke zu diesen Ehren. Damals kürten die Naturschützer den Wanderfalken zum ersten „Vogel des Jahres“ überhaupt. Diese Vogelart stand damals kurz vor dem Aussterben, mittlerweile hat sich der Bestand bundesweit erholt, nicht zuletzt aufgrund zahlreicher Naturschutzaktionen. Sogar in Siegen brüten inzwischen Wanderfalken (die SZ berichtete). Erheblich häufiger kann man im Kreis Siegen-Wittgenstein aber Turmfalken beobachten. Dennoch gehen die Bestandszahlen bundesweit zurück. Ein Grund laut NABU: Nistmöglichkeiten an geeigneten Gebäuden werden häufig verschlossen. Trotzdem leben in Deutschland immerhin noch rund 50 000 Turmfalken-Paare. Werbung für die Falkenart machte in diesem Jahr die Berliner Heilandskirche, die ein Falkennest mit einer Kamera ausrüstete, um Live-Bilder ins Internet zu senden. Tausende Zuschauer nahmen Anteil am Brutgeschehen der Vögel. Als bundesweit erste Kirche wurde die Heilandskirche dafür vom NABU und vom Beratungsausschuss für das Deutsche Glockenwesen mit der Plakette „Lebensraum Kirchturm“ ausgezeichnet.

Begründer des Biologischen Gartenbaus

biologischen_gartenbaus.jpgMIt einem kleinen Umweltstand beteiligte sich auch unsere BUND-KG Si/Wi am Hoffest des Birkenhofes zwischen Wilgersdorf und Rudersdorf. Unsere Kreisgruppe unterstützt natürlich auch die Direktvermarktung von Produkten des Ökologischen Landbaus. Hier kann man vor Ort gesundes Obst und Gemüse zu angemessenen Preisen erwerben. Vor allem kann man hier sicher sein, dass keine Pestizide verwendet werden. Es gilt das Prinzip: „Gesunder Boden, gesunde Pflanze und gesunde Frucht!“ – einer der Begründer und Förderer des Biologischen Gartenbaus, Herr Joseph Moisl (im Bild links), hilft auch heute noch gerne mit seiner Frau bei Mischkultur, Fruchtfolge, Kompostierung und bei der natürlichen Bodenbearbeitung.

Das Bild zeigt von links nach rechts den „Begründer des Biologischen Gartenbaus“, Herrn Joseph Moisl, Ulrich Banken, Ines Schulte-Wilde (BUND-Pressesprecherin) und Peter Fasel (Leiter der Biolgischen Station Rothaargebirge)

Naturschutz und Heimat

Der Biologischen Station Rothaargebirge stattete jetzt der Vorstand der Kreisgruppe Siegen des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) einen Besuch ab.
Der gemeinnützige Verein in Erndtebrück unter der Trägerschaft des Kreises Siegen-Wittgenstein ist mit seinen Arbeitsschwerpunkten Bindeglied zu den Naturschutzverbänden. Man profitiert gegenseitig vom Fachwissen der Institutionen und unterstützt sich bei den verschiedensten Exkursionen, Vorträgen und Informationsveranstaltungen. Naturschutz und Heimatpflege der Bevölkerung anschaulich näherzubringen, ist das gemeinsame Ziel. Peter Fasel, als Leiter der Station erläuterte bei der Besichtigung des Gebäudes die Aufgaben der verschiedenen Abteilungen: Hier werden Umweltdaten aus unserem Kreis gesammelt, ausgewertet und archiviert. Tier- und Pflanzenbestände, sowie seltene Biotope in- und außerhalb geschützer Gebiete erfaßt und überwacht. Dennoch seien viele Probleme noch ungelöst, bedauert der engagierte Biologe. Zwar ist die Umweltpollitik in Deutschland erfolgreich gewesen und hat zum Teil sehr deutliche Verbesserungen bei der Reinhaltung von Wasser, Luft und Boden gebracht, doch der anhaltende Rückgang der Artenvielfalt, macht uns Sorgen. Ein besonderes Augenmerk richten Fasel und sein Team auf die hiesige Landwirtschaft. Über dreihundert Landwirte haben auf einer Fläche von 1800 Hektar Bewirtschaftungsverträge abgeschlossen und erhalten damit unsere Kulturlandschaft, etwa durch den Schutz von Hecken und Obstbaumwiesen. Günter Hoffmann, Naturschutzwart beim BUND, hatte noch einen weiteren Vorzug des amtlichen Naturschutzes ausge-macht: Wie wertvoll ist es doch, dass die Biologische Station im praktischen Naturschutz mit einem Pflegetrupp arbeiten kann. Menschen, die auf dem regulären Arbeitsmarkt nur schlechte Chancen haben, werden durch fachliche Anleitung zu zuverlässigen und wertvollen Mitarbeitern und helfen Natur und Umwelt. Kontakt: Biolog. Station Tel.02753/598330

Holz her! Moderne Holzarchitektur im Siegerland und anderswo

Prof. Dr. Christian Thomsen  von der Universität Siegen eröffnete seinen Lichtbildervortrag mit einigen Bildern aus der Frühzeit des Bauens in Südamerika. Schon bei den Indianern war Holz als heimischer Baustoff im Gebrauch. Die Gebäude unterscheiden sich praktisch nicht von den heutigen Formen des Bauens. Sodann begann im Siegerland eine Reise durch die Architektur der Welt, wobei grundsätzlich die Verwendung des Baustoffes Holz im Vordergrund stand. Besonders hervorgehoben zu werden verdient die Tatsache, dass sich sehr viele prominente Architekten dieses Baustoffes bedienten und bedienen.
Es wurde mehrfach hervorgehoben, dass das Wohnen in Holz sehr viele Eigenschaften hat, die sich positiv von denen anderer Baustoffe abheben. Dazu gehören Behaglichkeit, Gesundheit, Wohlgefühl, ja sogar ein gewisses Maß an Sinnlichkeit. Dass das Bauen mit Holz den unseligen Barackenstil des Dritten Reiches längst hinter sich gelassen hat, wurde durch zahlreiche Beispiele mit konstruktiven Details belegt. Sie zeigen welche große Fülle an Gestaltungsmöglichkeiten den Architekten zur Verfügung stehen, unabhängig davon, ob es sich um Wohn- oder Verwaltungsgebäude handelt. Das schließt nicht aus, diese Bauweise auf beliebige andere Gebäudeformen, selbst auf Kirchen anzuwenden, wie mit Hilfe einiger eindrucksvoller Bilder gezeigt wurde, wobei selbst Kultsymbole architektonisch verwendet wurden.
Die Reise führte über mehrere Kontinente, insbesondere Nordamerika, Europa und Asien. Am Schluss seiner Ausführungen, die vom Referenten in seiner temperamentvollen Art vorgetragen wurden, kehrte er wieder an den Ausgangspunkt seiner Reise, nämlich das Siegerland, zurück. Auch hier führte er noch einmal einige Beispiele für moderne Holzachitektur vor, wie z.B. das neue Briefpostzustellzentrum in Kreuztal vom persönlich anwesenden Architekten Manfred Arlt. Der Referent schloss seine Ausführungen mit dem Ausdruck des Bedauerns, dass die von ihm aufgezeigten architektonischen Möglichkeiten im waldreichen Siegerland so wenig Beachtung finden.   Er verband damit die Aufforderung, dass sich das in Zukunft ändern möge, zumal heute Holz als Baustoff in einer geeigneteren Form als früher verfügbar ist und die Bautechnik auch erheblich verbesserte Möglichkeiten einer kostengünstigen Fertigung bietet. In der anschließenden lebhaften Diskussion, die von Herrn Prof. Dr. Dreger (Uni Siegen)  moderiert wurde , kamen zahlreiche Probleme zur Sprache, wie z.B. die Verfügbarkeit der Ressource Holz, die Kosten des Holzbaues, das Wohlfühlen in Holzgebäuden sowie das Dämmverhalten des Baustoffes.

Ökologisch-pädagogischer Schulgarten Grundschule Allenbach

 Gemeinschaftsprojekt BUND und ALL

Die Grundschule Allenbach hat die Initiative zu einem ökologisch-pädagogischen Projekt ergriffen. Der aktive Promotor dabei war die Referendarin Britta Stoppachr, die sich mit großem Engagement um dieses Projekt kümmerte. Es wurde vom BUND initiiert und von der ALLIANZ-Agentur Gerrit Brunke bezuschusst. Auch die Stadt Hilchenbach trug durch eine Sachspende zum Gelingen bei. Von Seiten des BUND hat außerdem der Landschaftsarchitekt Martin Zapletal bei der Planung aktiv mitgewirkt.
Um die Kosten so niedrig wie möglich zu halten, halfen Kinder, Eltern und Lehrer der Schule tatkräftig mit. Zu ihrem Aufgabenumfang gehörten ein Teich, eine Trockenmauer und eine Kräuterspirale sowie das Anpflanzen verschiedenartiger heimischer Gehölze.
Mit diesen Maßnahmen sollen die Schüler praktisch an ökologische Fragestellungen herangeführt werden, wie z.B. die Notwendigkeit der Pflege einheimischer Pflanzen und gesunder Biotope. Sich darum zu kümmern wird Aufgabe der Lehrkräfte sein.

Gartenabfälle unter einer Hochspannungsleitung

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Das Bild zeigt einen Eingriff in unsere städtische Umgebung in Siegen- Eiserfeld Am Bühl unter einer Hochspannungsleitung. Auch solche „Entsorgungen“ soll der Landschaftswächter melden, vor allem, wenn sie massiv sind. Besonders ärgerlich ist es, wenn sogar Plastikteile, Steine oder gar Sperrmüll sich darunter versteckt haben Nicht immer kann die Abfallbehörde jeder einzelnen Ablagerung  nachgehen. Aber ich denke, dass durch Aufklärung sich manches bessern wird. In diesem Fall hat die Stadt Siegen ein Schild aufgestellt.

LANDESBÜRO DER

Grundsätzlich seien die Argumente der vorab geschickten Stellungsnahmen noch einmal aufgeführt. Wenn auch gegen das grundsätzliche Anliegen der Stadt, Bauflächen auszuweisen, im Prinzip nichts eingewendet werden kann, da der Anspruch der Bevölkerung auf Eigenheime berechtigt ist, sei doch gefragt, warum in diesen Dimensionen und dann auch noch auf einmal und „auf Vorrat“. Es bleibt dahingestellt, warum hier die ganze Fläche auf einmal verplant werden muss und nicht zunächst Teilbereiche in sukzessiver Art und Weise z.B. unten in enger Anlehnung an den Ort Bürbach und oben an die bestehende Siedlung am Giersberg. Dies sei auch auf dem Hintergrund der im neuen Regionalplan geäußerten Bedenken angesichts einer Verringerung der Bevölkerungszahl. Trotzdem stimmt die BUND- KG mit Einschränkungen zu, da die Fläche insgesamt um die Trockenrasen im Ostteil reduziert worden sind. Außerdem ist die Fläche um das Quellbiotop vermindert worden. Auch sind Abstandsflächen im Osten vorgesehen, sodass kein unmittelbarer Anschluss an Bürbach erfolgen soll.
Es sei aber weiter kritisch angemerkt:
1. Eine Verkleinerung der zu beplanenden Bereiche würde dem Wunsch der Bevölkerung nach Offenlandflächen (Wiesen, Fluren, Buschlandschaften, Heide- und Ackerflächen) für Erholung und Freizeit dienen.
2. Weitere Frischluftschneisen müssten wegen der Inversionswetterlage in Bürbach angelegt werden.
3. Nach wie vor bestehen wegen der Großräumigkeit starke Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes, des Naturpotentials, des Lokalklimas, der Regenabflüsse und die Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Warum wird nicht das Waldstück im oberen Bereich in einem engen Anschluss an die Straße in Anspruch genommen, wie von der BUND KG vorgeschlagen? Der untere Feldflächenanteil im Süden – verkehrlich schlecht zu erreichen – hätte so auch noch geschont werden können.
4. Vermisst wird auch vom BUND eine realistische Ökobilanzierung des anzustrebenden Aus-gleiches für diese enormen Offenlandverluste in der Landschaft. Es handelt sich hier immerhin um die größte zusammenhängende unbewaldete Fläche der Stadt! – Ein echter Ausgleich wäre z.B. die Schaffung einer ähnlich großen Freilandfläche an Stellen hochgewachsener Fichtenmonokulturen. Ich schlage die düsteren Fichtenflächen auf der Eiserner Haardt vor, mit der langfristig ein riesiges stadtnahes Erholungsgebiet für die Stadt Siegen (Spazieren gehen, Wandern, Skilanglauf, Skiabfahrt, Rodeln, Drachensteigen u.s.w.) vor. Sollte dies nicht möglich sein, wären mehrere Entfichtungen in den zahlreichen Siegener Bachtälern wünschenswert, um die verschwundenen Graslandschaften zu ersetzten. Gute Anfänge sind hier ja schon bei der Maßnahme „Ober dem Feldgarten“ in Kaan- Marienborn gemacht, wo 4 Entfichtung vorgesehen worden sind.

Der Prophet gilt wohl nichts im eigenen Lande

Diese Frage stellte sich jetzt die Interessengemeinschaft gegen weiteren Flächenverbrauch auf intakter Natur bei ihrer letzten Zusammenkunft. Zusammen mit dem Siegener BUND für Umwelt und Naturschutz (BUND) will man verhindern, dass an allen Ecken des Siegerlandes das Wettrüsten um neue Straßen, Gewerbe- u. Wohngebiete weitergeht.? Vor dem Hintergrund des kostenträchtigen Engagements der holländischen Firma Ijsselconsult die den Kommunen für viel Geld das Sparen beibringen soll, fragen sich die Vorstände der elf zusammengeschlossenen Bürgerinitiativen, warum man nicht die Ideen der Bürger vor Ort mit einbezieht, wie es zum Beispiel die FDP in Wilnsdorf vorgemacht hat. Der angespannte Haushalt des Kreises und der Kommunen läßt keine Experimente im Flächenverbrauch mehr zu, waren sich die Anwesenden einig. Die kommunalpolitischen Akteure, die auch die Höherstufung von Ortsumgehungen im Siegerland in die erste Priorität durchgedrückt hätten, seien im Ausgeben von Steuergeldern nicht besonders zimperlich.
Jetzt ist Ende im Gelände so der BUND. Noch vorhandene Gelder müssten vorrangig den Reparaturstau beseitigen. Straßen, Gebäude, Industriebrachen, das gesamte Ortsbild der Kommunen sei dringend aufzuwerten, damit die Menschen sich in den Stadtkernen wieder wohlfühlen und dort leben könnten. Statt neuer Wohngebiete sollten alte Wohnviertel wieder instandgesetzt und aufgewertet werden. Denn jeder Kommunalpoliker der heute noch neue Wohngebiete abnickt müsse sich klar sein, dass durch die negative Bevölkerungsentwicklung alle bestehenden Immobilien im Wert verfielen, wenn ein Überangebot an altem Bestand nicht mehr loszuschlagen sei. Umbau statt Neubau müsse Priorität haben, sowohl für Industrie- als auch Wohnflächen. Bei einem Zusammentreffen im März mit dem Bundestagsabgeordneten Willi Brase sollen diese Themen im Mittelpunkt stehen.

Wir verschönern Siegen

geschafft war nicht nur die Seniorenriege des Bund für Umwelt und Naturschutz von der Umpflanzaktion auf dem Weiß-Flicks?chen Grundstück an der Berliner Straße, geschafft war auch die Standortsuche für etwa 10 Bäume und Sträucher, die als Rettungsaktion im Zusammenhang mit der BUND-Umwelturkundenverleihung an Doris Winters-Nöll eine Rolle spielte. Unter Mithilfe des Siegener Grünflächenamtes konnten eine Hainbuche, ein Rotahorn, eine Esche und mehrere Kleingehölze zwischen Steinen und Geröll aus den Containern hinter dem Bahnhof befreit werden. Durch den Abriß der Häuserzeile am Prellbock fristeten sie fast ein Jahr ihr kümmerliches Dasein. Nun erfreuen sie die Passanten und Erholungssuchenden in der Grünanlage in der Nähe der Deutschen Bank. Nach einem kräftigen Dauerregen hatten Sie eine gute Chance, zu prächtigem Stadtgrün heranzuwachsen.

Fläche ist ein knappes Gut

doch Tag für Tag werden fast hundert Hektar Wald, Wiesen und landwirtschaftlich genutzte Böden für neue Siedlungen und Verkehr in Anspruch genommen, bedauert die Kreisgruppe Siegen-Wittgenstein des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und fordert von den hiesigen Kommunen ein Umdenken. Zusammen mit elf Siegerländer Bürgerinitiatativen gegen Flächenverbrauch auf intakter Natur organisierte der Umweltverband im vollbesetzten Eintrachtsaal der Siegerlandhalle eine Diskussionsveranstaltung zum Thema Flächenverbrauch.
Von Hilchenbach bis Burbach fühlen sich Bürger von der Ausweisung immer neuer Gewerbegebiete in ihrer Lebensquatät eingschränkt, so die BUND-Vorsitzende Bärbel Gelling, in ihrer Einführungsrede. Wir sind jedoch nicht gegen neue Industrieansiedlung und wir begrüßen ausdrücklich die Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze. Dies kann jedoch nicht durch immer neue Inanspruchnahme wertvoller Natur geschehen.
Die Referenten des Abends, Prof. Dr. Siegfried Bauer von der Justus-Liebig-Universität Giessen und Markus Pierk vom Agenda-Forum in Bonn waren sich in Ihrer Einschätzung einig: Die Wiedernutzung von städtebaulichen Brachen und leer stehenden Gebäuden, sowie die Verringerung neuer Flächenbebauung sollten künftige kommunale Ziele sein. Prof. Bauer, der den Lehrstuhl zukunftsfähige Raumnutzung innehat, mahnte ein neues Flächenbewußtsein an. Er verwies auf die Folgelasten des Flächenverbrauchs wie vermehrte Hochwassergefahr durch Versiegelung einerseits und Klimaveränderungen durch vermehrte Trockenheit im Sommer wegen fehlender Möglichkeit der Böden, Wasser zu speichern.Auf den auf Bundesebene einberufenen Rat für nachhaltige Entwicklung setzt Markus Pierk seine Hoffnung: Das bundesweite Ziel, den Flächenverbrauch auf 30 Hektar pro Tag zurückzuschrauben, sei den meisten Kommunen bekannt. Noch immer aber bedeute Wirtschaftsförderung in vielen Städten und Gemeinden die Ausweisung immer neuer Gewerbegebiete.
Veränderungen müßten in Kooperation mit den Bürgern geplant werden, war der einhellige Tenor der anwesenden Vertreter der Siegerländer Bürgerinitiativen. In Zeiten knapper öffentlicher Kassen werde die Finanzierung von Infrastruktur problematischer, die Bürger steuerlich immer mehr belastet. Mehr Kosten- und Planungswahrheit forderte auch Wolfgang Stock von der BUND-Kreisgruppe Altenkirchen ein. Einige AK- Gemeinden hätten bereits erfolgreich das Instrument des Flächenrecyclings genutzt.
Als Hauptgrund für die zunehmende Inanspruchnahme von intakten Naturgebieten wurde die Konkurrenz der Kommunen um Einwohner und Arbeitsplätze ausgemacht. Hier müsse eine verstärkte interkommunale Planung stattfinden, so die Diskussionsteilnehmer. In einer beeindruckenden Visualisierung des Freudenberger Gewerbegebiets wartete der Vorsitzende der etwa 350 Mitglieder starken Bürgerinitiative Wilhelmshöhe West, Dieter Ohrndorf, mit konkreten Zahlen auf. Von der ursprünglich als interkommunales Gebiets vorgesehenen Fläche von insgesamt 83 Hektar seien durch Böschungen, Regenrückhaltebecken, Straßen, etc. lediglich 37 Hektar zu vermarkten. Wir sind aufgefordert, Verantwortung zu übernehmen, war sein Appell an die Anwesenden. Und weiter mit Blick auf die erheblichen Landschaftseingriffe, die von der Politik abgesegnet würden: Wir können kritische Projekte nicht Schwarz, Rot, Gelb oder Grün überlassen.
Auch die Vorsitzenden der Bürgerinitiativen Seelbach-Oberschelden, Helmut Böcking und Wilnsdorf, Ekkehard Blume, stellten die betroffenen Gebiete in ihren Gemeinden vor. Die anderen Initiativen zogen das Fazit: Solange Gewerbegebiete wie Kalteiche, Siegerlandflughafen, Insbachtal und die Gewerbebrachen in Siegen komplett oder zum Teil leer stünden, sei ein neuer Bedarf nicht nachvollziehbar. Auch eine länderübergreifende Betrachtung mit Hessen oder Rheinland-Pfalz sei dringend geboten, so die Initiatoren der Veranstaltung. Der BUND fragt sich, wieviel Geld für die Bürger den Kommunen zur Verfügung stünde, wenn statt in neue Gewerbegebiete direkt in Arbeitsplätze investiert würde und ist überzeugt: Mehr Angebote bei Bussen und Bahnen, stabile Kinder-u. Jugendarbeit, Lebensmittelkontrollen, Umweltschutzmaßnahmen, Sicherheit, setzen zusätzlich Menschen in Lohn und Brot. Ehrliche Zahlen erzeugen eine ehrliche Diskussion, so die Veranstalter, die die Debatte künftig direkt in die Rathausstuben hineintragen wollen.

Regionalrat in Arnsberg

Zu den geforderten Ortsumgehungen im Kreisgebiet äußert sich der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland ( BUND ) in Siegen wie folgt: Die Ortsumgehungen Freudenberg und Dielfen beschäftigen zur Zeit die Öffentlichkeit. Ohne Berücksichtigung von verkehrswirtschaftlichen Fakten wie Fahrzeiten, Länge der Fahrwege, Energieverbrauch, Mautgebühren, Widerstände, Emissionen, Raumordnung und mehr wird die Frage der Notwendigkeit von Ortsumgehungen noch länger im Gespräch bleiben.
1. Zielverkehr ist notwendig und willkommen wg. der Belebung der Ortskerne und Einkaufsmittelpunkte.
2. Bürger, die heute vom unerwünschten Durchgangsverkehr betroffen sind, verlagern ihre Forderung nach Ortsumgehungen in den o.g. Kommunen mit denselben Folgen für andere.
3. Emissionen entstünden jetzt direkt da wo sie sonst abgebaut werden könnten, nämlich neben den jetzigen Durchgangstarßen.
4. Diese Filter (Bäume/ Grünflächen) würden beseitigt werden.
5. Der BUND ist nicht grundsätzlich gegen Ortsumgehungen. Eine sinnvolle OG muß aber zum Wohle aller erfolgen. Es geht dem BUND um eine objektive
6. Bewertung. Man bedenke: Der Bau einer neuen Straße kann zusätzlich auch die wirtschaftlichen Gegebenheiten in einer Region verändern.

Warum ist es am Rhein so schön?

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen… unter diesem Motto verbringen Mitglieder der Kreisgruppe Siegen des Bund für Umwelt und Naturschutz jedes Jahr wieder ihren Ernteeinsatz auf einem ökologischen Weingut, bei Bingen. Die Treue zu den BUND-Freuden in Rheinhessen hat neben dem herrlichen Erlebnis einer Weinlese im Sonnenschein , einer kräftigen Brotzeit und der anschließenden Weinprobe auch wichtige gesellschaftspolitische Hintergründe. Weil wir hautnah erfahren, mit wieviel Mühen und Verzicht es verbunden ist, einen solchen landwirtschaftlichen Betrieb aufrecht zu erhalten, weil wir wissen, daß diese Menschen uns als Abnehmer brauchen, bleiben wir aus Überzeugung unserem heimischen, ökologisch angebauten Wein treu! Warum sollen wir Weine aus Übersee trinken, wo die schönsten Reben sozusagen direkt vor unserer Haustür wachsen? Wer einmal das Erlebnis einer Weinlese erfahren hat, wird sicher auch ein Fan von deutschem Wein, glaubt die BUND-Gruppe. Warum ist es am Rhein so schön? fragen die Umweltschützer und geben auch gleich die Antwort: Weil er uns mit seinem mediterranen Klima in eine andere Welt entführt und mit seinen sanften Rebhängen eine einzigartige Kulturlandschaft darstellt. Unser Kaufverhalten sollte das Prinzip der kurzen Wege unserer heimatlichen Produkte berücksichtigen, so können uns die Landschaften mit all ihrer Vielfalt erhalten bleiben.

Sonderabfalldeponie in Rudersdorf

10 Jahre sind seit den Ereignissen um die geplante Sonderabfalldeponie in Rudersdorf vergangen, doch noch immer ist die ehemalige Bürgerinitiative gegen Giftmüll in Rudersdorf bemüht, in Sachen Naturschutz Aufklärungsarbeit zu leisten.Gelder, die im Vereinsvermögen vorhanden sind, sollen nach der Satzung für öffentliche Zwecke angelegt werden. So sind z.B. bereits mehrfach Schulen und Kindergärten mit Arbeitsmaterialien unterstützt worden.Jetzt übergab der Landschaftpflege u. Naturschutzverein (NLW) Wilnsdorf ein Gutachten über das Wimmersbachtal in Rudersdorf an den Leiter der Unteren Wasserbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein.Nach und nach hatte der BUND Gewässeranalyst Ulrich Banken seine sogenannte „Inventur“ verschiedenster Rudersdorfer Gebiete ergänzt, da es dem LNW wichtig erscheint, im Gewässerbereich gutachterliche Grundlagen zu schaffen. Ziel sei es, die Naturschutzwürdigkeit zu beantragen.So wurde z. B. das äußerst seltene Haarkelchmoos, eine wichtige Zeigerpflanze, in relativ großen Mengen gefunden. Dieses eiszeitliche Relikt kommt vorwiegend an unverdorbenen Bachläufen vor und  nterstreicht die Reinheit des Gebietes mit der Gewässergüteklasse I .Die Bestandsaufnahme im Wimmersbachtal, unweit der „Anzhäuser Mühle“ stellt laut Amtsleiter Dr. Henning Trippe eine wertvolle Arbeitshilfe für die Wasserbehörde dar. Er stellte den Bezug zu einer qualifizierten Doktorarbeit her, die der Gemeinde Wilnsdorf auch als Grundlage für ihren Landschaftsplan dienen könneDie Mitglieder des LNW stellten dem Kreis?Mitarbeiter Helmut Quandel deshalb ein weiteres Exemplar des Gutachtens für die Untere Landschaftsbehörde zur Verfügung.

Planungskonzept „Neue Mitte Gräselberg“

Das Planungskonzept „Neue Mitte Gräselberg“, das unter Mitwirkung des „Stadtreparierers“ Dieter Magnus entstanden ist, nahm der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) jetzt zum Anlass, die Skizze Burbachs Bürgermeister Dröge zukommen zu lassen. Die Umweltschützer sind der Ansicht, dass sich der Entwurf hervorragend für die neue Ortsmitte Burbach eignet.Dieter Magnus, von der Siegener Bürgerinitiative „Ohne Grün ist alles grau“ und dem BUND bereits für Siegen engagiert, hatte für die Stadt Wiesbaden ein in die Jahre gekommenes Einkaufszentrum überplant, dessen 1. Bauabschnitt dieser Tage eingeweiht wurde. Weiterlesen

BUND besucht Eichenhof in Burbach

“ Wo die saftigen Steaks herkommen“ war der Titel einer Exkursion, den die biologische Station Erndtebrück durchführte. So machte auch ich mich morgens um 9.30 auf den Weg zum Eichenhof in Burbach
Ganz im Grünen eingangs des Buchhellertals gelegen liegt das Hofgebäude an einem großen Teich der von mächtigen Erlen umstanden ist. Landwirt Knipp, der den Betrieb als Nebenerwerb betreibt, führte die Anwesenden zu den Stallungen. Wegen der fortgeschrittenen Jahreszeit im Mai waren dieTiere mehrheitlich auf den Weiden. Im Gebäude befanden sich lediglich 1 Zuchtbulle, tragende Kühe und eine Mutter mit 2 Kälbchen. Die Stallungen von Landwirt Knipp werden z.T. nach altem Brauch mit Stroh ausgestreut, z. T. findet man aber auch Spaltenböden. Für das traditionelle Höhenfleckvieh aus früheren Zeiten fand sich sicher noch viel Platz. Die mächtigen, weißen Charleroirinder müssen sich allerdings mit den Verhältnissen begnügen. Knipp zieht die Tiere bis zu einer bestimmten Mastreife heran, danach werden sie auf Viehmärkten weiterverkauft bis sie zur Schlachtreife gelangen. Einige Tiere gehen aber auch zu privaten Metzgern in die Region. Der BUND begrüßte das Engagement von Knipp, der in seinem Herzen immer ganz Landwirt geblieben ist. Gern würde er sich einer ganzheitlichen Tierhaltung verschreiben, doch die Marktbedingungen sind noch nicht so, daß sein Kleinbetrieb, den er mit seiner Schwester allein bewirtschaftet, personell in der Lage ist, auf einen Öko-Betrieb umzustellen. Gegen die Massentierhaltung ist der Knipp-Hof aber ein Idyll in dem die Tiere viel Bewegungsfre iheit haben und hofeigenes Futter fressen können. Ob diese kleinbäuerliche Landwirtschaft Zukunft hat, entscheidet letztlich der Verbraucher, der bereit sein muß, für hofeigenes Fleisch etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Ines Schulte-Wilde

BUND – Besuch im Ligno-Park

Unsere Vorfahren pflanzten und schützen den Wald weil sie sich bewußt waren, daß er Ihnen nicht nur Brennmaterial, sondern auch Bauholz liefert. Trotzdem ist Holzarchitektur in unserem Raum immer noch Neuland. Während zum Expo-Gelände tausende Menschen strömten um sich die zukunftsweisenden Holz- Siedlungsbauten anzusehen, die als Agenda Vorzeigeprojekte gelten, wurden bereits in Ferndorf schon die wegweisenden Pläne des Architekten Manfred Arlt in die Tat umgesetzt. Jetzt konnte sich der Vorstand des Bund für Umwelt u. Naturschutz (BUND) Kreisgruppe Siegen, an Ort und Stelle ein Bild von der Effizienz der Massivholzbauweise, gepaart mit durchdachten Wärmespeichermöglichkeiten machen. Angetan von der gefälligen Architektur besichtigten die Umweltschützer mehrere Wohnungen im Arlt Ligno-Park. Arlt, ein Pionier auf dem Gebiet energiesparenden Bauens ist von Jugend an fasziniert vom Material Holz. Vom Schreiner und Zimmermann zum Architekten begleitete ihn der natürliche Baustoff durch lange Jahre seines Schaffens, aber erst jetzt konnte er sich den Traum eines Projekts „betreutes Wohnen in gesunder Umgebung“ verwirklichen. Schon seit einigen Wochen ist das erste Haus auf dem Gelände bezugsfertig. Arlt-Ligno-Parl abends um acht: In den sonnendurchfluteten Loggiagängen spürt man das ideale Raumklima, den angenehmen Geruch und die wohltuende Temperatur des Wärmespeichers Holz. Die in sämtlichen Räumen verlegten Holzböden geben ein angenehmes Licht und optimalen Trittschall. In allen Fluren wurden ausschließlich Naturmaterialien verlegt. Terracottafliesen, Gipsputz in venezianischem gelb, Massivholz-Fenster und -Türen in Himmelsfarben , da kommen die Umweltschützer ins Schwärmen. Solarspeicher, Regenwassernutzung, behindertengerchte Eingänge sind weitere Schlagworte einer Bauweise, die den Agenda-Gedanken in jedem Bauabschnitt berücksichtigt hat, der da heißt:: „Die Nachhaltigkeit der Wirtschaftsweise ist das oberste Ziel einer menschen-u. umweltgerechten Welt von morgen.“ Schonender Umgang mit Ressourcen, Wiedergewinnung von Wasser und Energie, Müllver-meidung, sind die Prinzipien eines Bauens, das als ökologisch verstanden werden kann. Holz übt dabei eine soziale ästhetische und kulturelle Funktion aus, waren sich die Mitglieder des BUND einig, es sei deshalb nötig, dem Jahrtausenden alten Baustoff Holz wieder einen höheren Stellenwert beizumessen.

BUND würdigt Schüler der Realschule Burbach und der Hauptschule Freudenberg

Im April würdigte der Bund für Umwelt und Naturschutz das Engagement einiger Schüler der Realschule Burbach und der Hauptschule Freudenberg mit der Überreichung von Umwelt-urkunden. Gerade in einer Zeit, in der es schwierig ist, Jugendliche für eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu begeistern, ist der ehrenamtliche Einsatz der jungen Leute als vorbildlich anzusehen. Nicht zuletzt zeugt das Eintreten für schützenswerte Landschaftsteile von einem großen Demokratieverständnis dadurch, daß der Erhalt der Natur und Heimat als gemeinschaftliche Verantwortung angesehen wird. Der Vorstand des BUND hat deshalb die „Heidelerchen“ in einer kleinen Feierstunde für ihren unermüdlichen praktischen Einsatz auf der Trupbacher Heide ausgezeichnet. Die für unsere Jugendlichen wegen des Vorbildcharakters so wichtigen Veranstaltung fand auch bei den Vertertern der Schule und der Gemeinde Burbach großen Zuspruch. BUND-Vorsitzender Ulrich Banken hob im Rückblick auf die zahlreichen Einsäzte den unver-gessenenen Umweltschützer Friedhelm Sassmannshausen hervor, der die Jugendlichen immer wieder motiviert und angepornt habe. Anschließend wurden die Zertifikate überreicht vom BUND-Naturschutzwart Günter Hoffmann und dem BUND- Ehrenmitglied Otto Jung. In Eigeninitiative hatte er für den weiteren Einsatz der Schüler 20 Nistkästen gebaut, die an diesem Nachmittag mit übergeben werden konnten.

Gutachten über die Schutzwürdigkeit des Wimmersbachtales

Ein Gutachten über die Schutzwürdigkeit des „Wimmersbachtales“ übergab jetzt eine Abordnung aus Vertretern der ehemaligen Bürgerinitiative gegen Giftmüll aus Rudersdorf. Dem Verein, der sich heute LNW nennt, ist daran gelegen aufzuzeigen, daß die intakten heimischen Landschaftsteile und Gewässer in Rudersdorf auch für nachfolgende Generationen erhalten werden müssen. Allen Planungen, jemals emissionsträchtiges oder bodenverunreinigendes Gewerbe anzusiedeln, soll durch eine biologische Bewertung der Gemarkung die Grundlage entzogen werden. Der Wilnsdorfer Bürgermeister Karl Schmidt nahm den Sachstandsbericht, verfaßt vom BUND-Analysten Ulrich Banken entgegen und zeigte sich von Umfang und Inhalt der Arbeit beeindruckt. Er strebe stets an, Probleme im Konsens zu lösen und signalisierte auch weithin Gesprächs-bereitschaft in Sachen Naturschutz.

2001 – 10 Jahre Sonderabfalldeponie in Rudersdorf

10 Jahre sind seit den Ereignissen um die geplante Sonderabfalldeponie in Rudersdorf vergangen, doch noch immer ist die ehemalige Bürgerinitiative gegen Giftmüll in Rudersdorf bemüht, in Sachen Naturschutz Aufklärungsarbeit zu leisten. Gelder, die im Vereinsvermögen vorhanden sind, sollen nach der Satzung für öffentliche Zwecke angelegt werden. So sind z.B. bereits mehrfach Schulen und Kindergärten mit Arbeitsmaterialien unterstützt worden. Jetzt übergab der Landschaftpflege u. Naturschutzverein (NLW) Wilnsdorf ein Gutachten über das Wimmersbachtal in Rudersdorf an den Leiter der Unteren Wasserbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein. Nach und nach hatte der BUND Gewässeranalyst Ulrich Banken seine sogenannte „Inventur“ verschiedenster Rudersdorfer Gebiete ergänzt, da es dem LNW wichtig erscheint, im Gewässerbereich gutachterliche Grundlagen zu schaffen. Ziel sei es, die Naturschutzwürdigkeit zu beantragen. So wurde z. B. das äußerst seltene Haarkelchmoos, eine wichtige Zeigerpflanze, in relativ großen Mengen gefunden. Dieses eiszeitliche Relikt kommt vorwiegend an unverdorbenen Bachläufen vor und unterstreicht die Reinheit des Gebietes mit der Gewässergüteklasse I . Die Bestandsaufnahme im Wimmersbachtal, unweit der „Anzhäuser Mühle“ stellt laut Amtsleiter Dr. Henning Trippe eine wertvolle Arbeitshilfe für die Wasserbehörde dar. Er stellte den Bezug zu einer qualifizierten Doktorarbeit her, die der Gemeinde Wilnsdorf auch als Grundlage für ihren Landschaftsplan dienen könne Die Mitgliede

Die BUND-Kreisgruppe Siegen-Wittgenstein blickte bei ihrer Jahreshauptversammlung auf ein erfolgreiches Jahr 2000 zurück.

In den verschiedensten Arbeitsfeldern waren die Umweltschützer gefragte Ansprechpartner von Vereinen, Behörden, Industrie und Privatleuten. Für die Bürgerinitiativen Rudersdorf und Wilhelmshöhe erstellte Ulrich Banken Gutachten zur Gewässergütebestimmung und zur Erfassung von schützenswerten Landschaftsstellen. Die ökologischen Anlagen von mehreren Kindergartenspielplätzen konnte unter der Führung des stellvertretenden BUND-Vorsitzenden Martin Zapletal mit der finanziellen Unterstützung der Allianzversicherung und der Mithilfe der Eltern verwirklicht werden.
Der Vorsitzende Günter Hoffmann hielt Vorträge und gab praktische Ratschläge für ökologische Kleingärten, außerdem arbeitete er bei den Überlegungen zur künftigen Stadtbildgestaltung von Siegen mit. Als besonderer Schwerpunkt bildet sich die Arbeit von Geschäftsführerin Hannelore Schardt heraus, die Wegbereiterin dafür war, dass die Magnus-Vision „Leben am Fluß” in die Planung der Stadt Siegen aufgenommen wurde. Sie bereitete auch die Umweltpreisverleihung an Annette Hering und die Veranstaltung über Holzarchitektur vor. Weiterhin besuchte sie mit anderen Mitstreitern die Firma Schneider in Buschhütten und die in Holz geplante Kreuztaler Postagentur.
Lothar Schneider verwirklichte zusammen mit der Stadt Siegen das Projekt „Solaranlage Fürst-Johann-Moritz Gymnasium”, während der Umweltberater Jörg Jakubowski an Schulen Vorträge über Müllvermeidung hielt. Den Sektor „Ernährung und Landbau” füllte Hubert Cziba mit seiner Teilnahme an den Veranstaltungen der Biologischen Station, der Gärtnerei am Leisebach und dem Birkenhof aus. Achim Walder deckte den Arbeitsbereich „Verkehr” durch Ortstermine und verschiedene Stellungnahmen ab und sorgte dafür, dass der BUND im Internet präsent ist.
Das Thema „Wald und Landschaftsbeirat” betreute Wolfgang Braukmann, und in der Siegener Geschäftsstelle liefen alle Fäden bei Doris Winters Noell zusammen, die immer einen Rat zur Hand hatte.
Die Arbeit des BUND ist durch eine stabile Mitgliederzahl mit leicht steigender Tendenz gesichert. Für die Kasse zeichnet sich laut Kassenführer Jochen Maurer aber ab, dass bei allgemein rückläufiger Spendenbereitschaft die Ausgaben im Jahr 2001 im Auge behalten werden müssen.
Bei den Wahlen zum Vorstand 2001-2001 wurden erwartungsgemäß die Sprecher Martin Zapletal und Ulrich Banken bestätigt. Die Wahl des dritten Sprecherpostens fiel auf die Siegenerin Bärbel Gelling. Als neue Kassenführerin wird Agnes Daamen von Jochen Maurer in ihr Amt eingeführt.

Trockenstabilatverfahren im LahnDill-Kreis

Der BUND betrachtet das sogenannte Trockenstabilatverfahren, wie es derzeit im LahnDillKreis durchgeführt wird, mit großer Skepsis. Nach Ansicht des BUND würde das Tockenstabilat- verfahren in Konsequenz einen Rückschritt in die Müllverbrennungsideologie der 60er Jahres darstellen, da es darauf abzielt, den getrockneten Müll zur Ersatzbrennstofferzeugung für Industrieöfen zu verwenden.
Aus der Sicht des BUND handelt es sich beim Trockenstabilatverfahren zudem nicht um eine echte mechanischbiologische Restabfallbehandlung, da das Ziel des Trockenstabilatverfahrens darin besteht, den Müll möglichst schnell zu trocknen, statt eine möglichst weitgehende Reduzierung des biologisch abbaubaren Anteils im Restabfall zu erreichen. Durch diese Kurzrotte lassen sich auch niedrigere Abluftwerte erzielen, als bei einer echten MBA, denn bei
einer MBA ist im Gegensatz zum Trockenstabilatverfahren ein weitgehender biologische Abbau gewollt. Eine Restmüllrotte mit dem Ziel, die biologisch abbaubare Substanz im Restmüll möglichst weitgehend zu minimieren, ist aber in Rotteboxen im Vergleich zu anderen mechanischbiologischen Verfahren der Restabfallbehandlung (MBA) relativ teuer.“  Peter Gebhardt, Das Trockenstabilatverfahren. Eine MBA als Vorhof zur Müllverbrennung: KGV-Rundbrief t J97, Seite 24.] . Eine abschließende Deponierung ist nach der Kurzrotte allerdings nicht sinnvoll, da bei Kontakt mit Wasser dieser Abfall sofort wieder zu rotten und zu gären beginnen würde [Vgl. Gebhardt, Das Trockenstabilatverfahren, Seite 26 ].
Der BUND fordert die verantwortlichen Politikerinnen auf, Trockenstabilat nicht als Abfall zur Verwertung, sondern nur als Abfall zur Beseitigung einzustufen, da es sich nach wie vor um Restabfallhandelt. Außerdem erwartet der BUND, daß der Restabfall stattdessen den ökologisch und ökonomisch sinnvolleren Weg einer mechanischbiologischen Restabfallbehandlung mit sicherer Ablagerungdes biologisch behandelten Materials geht. Die heizwertreiche Fraktion kanneiner stroffstromspezifischen Behandlung zur Gewinnung verwertbarer Teilfraktionen zugeführt werden.
Begründung
Das Trockenstabilatverfahren  Kurzbeschreibung
Beim Trockenstabilatverfahren wird der hinsichtlich seiner stofflichen Zusammensetzung und hinsichtlich seines Heizwertes sehr heterogene Restmüll unter Nutzung der Eigenwärme des Rottesprozesses (bis zu 70 Grad C)in einer Kurzrotte von 7 bis 10 Tagen getrocknet und damitbiologisch stabilisiert“. Dabei werden ca. 3 Gewichtsprozent der leichtabbaubaren organischen Substanz abgebaut‘. Das entstehende Material ist weitgehendbiologisch inaktiv‘. Der Wassergehalt sinkt in dieser Zeitvon ca. 40 Prozent auf ca. 15 Prozent. Nach dieser Kurzrotte werden aus demdann als Trockenstabilat bezeichneten Restmüll in verschiedenen Verfahrensschritten Eisenteile, Nichteisenmetalle, mineralischeTeile und Kleinbatterien entfernt (Trennung in Schwergut und hochkalorischesStabilat). Parallel steigt der, Heizwert von durchschnittlich 10.500 kJ/kg(nicht getrockneter Hausmüll) auf bis zu 18.000 kJ/kg (Stabilat).
Zur weiteren Lagerung wird das Stabilat in Ballen verpresst und in Kunststofffolie aus Polyethylen verpackt.
Das Stabilat soll zu etwa 25 Prozent in der eigens dafür gebauten EnergieVerwertungs= Anlage EVA und zu rund 75 Prozent in industriellen Prozessen wie der Zementherstellung verbrannt werden.
Problempunkte des Trockenstabilatverfahrens
Das Trockenstabilat wird zwar durch die Abscheidung von Metallen teilweise von Schadstoffen entlastet, bleibt aber dennoch als bedenklicheinzustufen:
So bleiben chlorhaltige Kunststoffe und andere organische Chlorverbindungen praktisch vollständig im Stabilat Chemisch gebundene und in anderem Material eingebettete Metalle entziehen sich der mechanischen Abscheidung Die Schwermetallbelastung des Stabilats bleibt weiterhin beträchtlich
Dadurch ergeben sich insbesondere Probleme bei der beabsichtigten Mitverbrennungvon Trockenstabilat in Zementwerken. Dies wird auch vom Umweltbundesamt (UBA) in einer Stellungnahme zum Trockenstabilatverfahren deutlich belegt. Der Vergleich der Schadstoff- gehalte des Trockenstabilats mit den. Richtwerten des LAGA-Entwurfs Abfallliste zur energetischen Verwertung in Zementwerken“ vom 31.10.1997 zeige eindeutig, daß die Richtwerte für den Einsatz in Zementwerken für Cu [Kupfer], Hg [Quecksilber], Pb [Blei] und Zn [Zink] bereits bei den Mittelwerten überschritten werden. Bei Cr [Chrom] liegt die gemessene Maximalbelastung des Trockenstabilats über dem Richtwert fürZementwerke. von daher wäre der Einsatz von Trockenstabilat im Zementwerk nicht im Einklang mit den Richtwerten des LAGA-Entwurfes. [Umweltbundesamt, Seite 10]
Insbesondere Quecksilber würde bei einer Verbrennung in Zementwerken zu Problemen führen, da es auf Grund nicht vorhandener oder unzureichender Filtertechniken in den Zementwerken kaum zurückgehalten werden kann, wie Günter Dehoust vom Darmstädter ÖkoInstitut immer wieder betont. [Vgl. KGV-Rundbrief 3+4/98, Seite 17]
Auch bezüglich eines möglichen Einsatzes von Trockenstabilat im Kraftwerk wird von Seiten des UBA darauf aufmerksam gemacht, daß die Vergleichswerte teilweise über den Schadstoffgehalten herkömmlicher Brennstoffe (Braunkohle und Steinkohle) liegen: Die Feststoffkonzentration des Trockenstabilats liegen bei Pb, Cr. Cu, Ni [Nickel], Sn [Zinn] weit über den Werten für Lausitzer Braunkohle, ebenso sind Fluorid und Chlorgehalt von Trockenstablilat 10fach höher als in Lausitzer Braunkohle.
Das zeigt, daß das Trockenstabilat keine Zusammensetzung hat wie Braunkohle, sondern zum Teil höher belastet ist. Des weiteren sind die Schwankungsbreiten der Zusammensetzung des Trockenstabilats höher,als bei Braunund Steinkohle. [Umweltbundesamt, Seite 12]
Als problematisch ist auch die eigens errichtete Energieverwertungsanlage EVA zu betrachten. Die EVA setzt keine besseren Umweltstandards, sondernes wurde versucht, eine möglichst kostengünstige Anlage zu konzipieren. Dies hatte u.a. zur Folge, daß die Anforderungender 17. BlmschV mit einer relativ einfachen trockenen Abgasreinigungstechnikeingehalten werden sollten, statt dem Stand der Technik zugenügen, der mit einer nassen Abgaswäsche wesentlich niedrigereEmissionswerte erzielen könnte. [Vgl. Umweltbundesamt, Seite 9; vgl. auch Lahl, Seite
22. Die geplante Anlage wird voraussichtlich weit mehr an Schadstoffen emittieren, als moderne Müllverbrennungsanlagen.“  Peter Gebhardt, Verbrennungsanlage für Trockenstabilat in Aßlar genehmigt: KGVRundbrief 1 /98, Seite 15.]
Gesamtabfallwirtschaftliche Einordnung.
Unzulässigerweise vermischt wird das Trockenstabilatverfahren mit dem System der Getrennt- sammlung im LahnDillKreis, insbesondere hinsichtlich der Sammlung des Dualen Systems Deutschland (DSD). Da das Trockenstabilatverfahren für sich im Gegensatz zum DSD aber in Anspruch nimmt, ein alternatives Entsorgungskonzept für Abfälle aus dem Siedlungs- bereich, also die Restmüllfraktion, zu sein, ist diese Vermengung unstatthaft. Denn das DSD sammelt und verwertet Verpackungsabfälle, nicht den Restabfall.
Da mit dem Trockenstabilatverfahren die vom BUND geforderte hochwertige werkstoffliche Verwertung von Kunststoffabfällen nicht zu erwarten ist, ist diese Vermischung abzulehnen.
Fazit
Der BUND sieht im Trockenstabilatverfahren kein nachhaltiges, innovatives und zukunfts- weisendes Verfahren und auch kein geeignetes Verfahren zur Gewinnung eines schadstoffarmen Brennstoffes. Der BUND rät den verantwortlichen Politikerinnen daher dazu, dieses Verfahren in ihren Verantwortungsgebieten nicht zu etablieren.

Freilichtbühne könnte eine weitere Attraktion werden – „Stadtreparierer“ Magnus hat Ideenkonzept

Siegen. Es soll Bürger geben, die angesichts des einen oder anderen Blumenkübels in Gestaltungsfragen nicht mehr das übervolle Vertrauen in die Planer der Krönchenstadt haben. Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, und die Betonindustrie will ja schließlich auch leben. Jetzt läuft eine neue Offensive in Sachen Stadtgestaltung an. Das Gute für die Verwaltung – und vielleicht auch für die Bürger: Die Federführung für die Planungen liegt nicht im Rathaus. Bürgermeister Ulf Stötzel hat zwar die Schirmherrschaft über die Aktion übernommen, nicht aber die Verantwortung für das, was da zu Papier gebracht worden ist.
Das stammt nämlich aus der Feder des Umweltkünstlers und „Stadtreparierers“ Dieter Magnus. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte, unterstützt von Sponsoren, Magnus auf eigene Kosten engagiert, um Ideen für mehr Grün in der Stadt zu entwickeln (die SZ berichtete). Die Pläne sind gereift und werden demnächst im Rahmen einer Ausstellung im Kundenzentrum der Sparkasse an der Morleystraße der Öffentlichkeit vorgestellt.
„Leben am Fluss – Neue Grüne Mitte Siegen“ nennt sich das Konzept zusammengefasst. Soviel war vorab zu erfahren: Ziel von Magnus und BUND ist es, die Sieg als ein Stück Natur in der Stadtmitte wieder größer und erfahrbarer zu machen. Dazu gehören ein teilweiser Rückbau der Siegplatte inklusive der Einrichtung neuer Geschäfte und Restaurants. Das Siegufer soll verbreitert werden, um Platz für Ruhebänke und eine Flanierallee zu schaffen, wie auf der Zeichnung zu sehen. Bei dem roten Gebäude unten auf dem Plan handelt es sich übrigens um das Apollo-Kino. Das runde rote Gebilde daneben stellt eine Freilichtbühne dar, die in dem Konzept ein weiterer Anziehungspunkt werden soll, wenn denn aus den Theaterplänen etwas werden sollte…
Dieter Magnus ist 1937 geboren, lebt in Wackernheim bei Mainz und hat Bildende Kunst, Philosophie und Biologie studiert. Als Umweltkünstler und „Stadtreparierer“ hat er in der Vergangenheit eine Vielzahl von Plätzen, Quartieren und Wohnhöfen gestaltet.

Bauerngarten dem Berleburger Awo-Kindergarten zum 25-jährigen Jubiläum übergeben

Wenn sich ein Kindergarten, ein Naturschutzbund und eine Versicherungsgesellschaft zusammentun, dann geht`s natürlich rund. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Awo-Kindertagesstätte in Bad Berleburg haben die Organisatoren gemeinsam mit den Eltern für die Kinder die Ärmel aufgekrempelt. Außer Aktionen, Kaffee. Kuchen und Würstchen stand nämlich nach der Begrüßung im Bürgerhaus ein außergewöhnlicher Programmpunkt an: Der BUND und die Bad Berleburger ALLIANZ-Agentur Spies übergaben offiziell den „Bauerngarten“. Nun sind die Lernbeete angelegt und die Bad Berleburger Awo-Kids dürfen ihre Fähigkeiten als Nachwuchsgärtner täglich unter Beweis stellen und dabei viel Neues lernen. Naturschutz und Förderung des Umweltbewusstseins hat sich der BUND ebenso wie die ALLIANZ-Stiftung „Blauer Adler“ auf die Fahnen geschrieben. Ähnliche Öko-Sponsoring-Projekte konnten bereits mit Hilfe der ALLIANZ in anderen Kindergärten verwirklicht werden.

Ökologische Zusammenhänge im Siedlungsbau

Ökologisches Denken und Handeln setzt ganzheitliches Denken voraus, ähnlich den ganzheitlichen medizinischen Betrachtungsweisen. Hierbei ist die Einbeziehung von Körper, Geist und Seele die entsprechende Voraussetzung.  In einem ungestörten Naturkreislauf, ob dies nun pflanzliches oder tierisches Leben oder unsere Lebensgrundlagen Wasser und Luft betrifft, sind alle Abläufe untereinander vernetzt und somit die verschiedenen Abläufe im Gleichgewicht, wie dies auch bei einem gesunden Körper bei entsprechender Ernährung und seelischem Gleichgewicht der Fall ist.  Wird aus dieser Vernetzung ein Glied entfernt, kommt es zu einer Kettenreaktion, die das Gesamtsystem durcheinander bringt. Bis zum Einsetzen der Industrialisierung war die Welt aus ökologischer Sicht einigermaßen in Ordnung.

Ökologische Bauweisen und Baustoffe der Vergangenheit
Da es wenig Transportwege und außer dem Pferdefuhrwerk keine Transportmittel für den Baumaterialtransport gab, wurde überwiegend mit örtlich vorhandenen Materialien gearbeitet. (Die Vermeidung langer Transportwege ist bei der heutigen ökologischen Bewertung von Baustoffen daher eine wesentliches Kriterium) Gebaut wurden Häuser entweder massiv in Naturstein, der vor Ort abgebaut, bearbeitet und verbaut wurde oder in Fachwerkbauweise, da Wald in ausreichendem Maße vorhanden war; Lehm in den Talauen und Weiden in den Auwäldern für die Gefache ebenfalls.  Die Geflechte der Gefache wurden mit Strohlehmbatzen verschmiert und darauf ein Putz aus Lehm, Tierhaaren und Kalk aufgebracht. Örtlich unterschiedlich wurden auch ungebrannte Lehmziegel vermauert. In lehmarmen Gebieten wurden auch ungebrannte Ziegel verwandt. Aus dem 17. Jahrhundert sind einige wenige Häuser erhalten, die mit meterdicken Wänden bis zu 4 Geschosse in massiver Lehmbauweise errichtet wurden. Für die Dachdeckung fanden je nach örtlichen Gegebenheiten Stroh, Reed, Schiefer und Dachziegel Verwendung. Der Dachziegel hatte und hat hierbei den höchsten Energieeintrag bei der Herstellung zu verzeichnen. (Energieaufwand zur Materialherstellung = Primärenergie)  Das Ziegelbrennen geht auf die alten Römer zurück und ist somit ein historischer, jahrtausendealter Baustoff.  Die bisher genannten Bauweiden, sind bis zum heutigen Tag noch gebräuchlich, wenn auch die Lehmbauweise in der Bundesrepublik nur noch von einigen wenigen Firmen ausgeführt wird. Sowohl ökologisch, als auch aus Sicht der Baubiologie sind die zuvor beschriebenen Materialien einwandfrei.

Ökologische Situation heute und die erforderlichen Bauweisen
Durch die industrielle Entwicklung, Erfindung der Eisenbahn, des Autos, des Flugzeugs, sprich durch die grundsätzlich mögliche Mobilität des Einzelnen, Transporte von Massengütern und dem sich daraus ergebendem Wandel der Lebensumstände sind die Ansprüche des Einzelnen stark gestiegen. Hieraus resultiert ein enormer Anstieg des Energiebedarfs in den letzen 60 Jahren. (CO2-Effekt)  Die Minderung des Energieverbrauchs stellt das Hauptkriterium der heutigen ökologischen Denkansätze dar. Die Prämisse der Bauschaffenden muß heute lauten; möglichst ortsnah hergestellte, mit wenig Primärenergie belastete, natürliche Baustoffe zu verwenden und daraus Gebäude zu erstellen, die in der Bewirtschaftung den „echten“ Niedrigenergiehausstandard erreichen oder sogar unterschreiten (Passivhaus).

Gebäudekonzepte
Das Ziel sollte sein, den Energiebedarf soweit herunterfahren zu können, daß es Sinn macht, solare Energie anzuwenden – sowohl passiv als auch aktiv. Die energetische Amortisation muß hier im  ordergrund stehen, d.h. die für die Herstellung einer Solaranlage aufgewendete Energie muß durch die erbrachte Energieleistung in möglichst kurzer Zeit wieder erbracht sein.  Dies ist als Beispiel zu verstehen. Die Betrachtungsweise Baustoffe über den Energieeintrag zu deren Herstellung (Primärenergie) zu bewerten ist zunächst das Hauptkriterium. Es macht wenig Sinn eine hoch wärmedämmende Außenwand herzustellen, deren Materialien mit sehr hohem Energieaufwand erzeugt wurden, um anschließend in geringem Maße Heizungsenergie einzusparen.