Passt „Timberjacks“ noch in unsere Zeit?

Ja, es gibt viel zu tun für die Vertreter der Siegener Parteien im Rat. Klimafaktoren, Insektenschwund, Fichtensterben etc. machen vor den Stadttoren nicht halt.
Zurecht verweist der SZ-Redakteur in seinem fundierten Artikel auf die seit Jahren mahnenden Stimmen der Umweltverbände.
Und auch die „friday for future“ Bewegung hat gezeigt, dass auch die Jugend in einer nie dagewesenen Heftigkeit ihr Recht auf Unversehrtheit ihrer Zukunft einfordert.
Die Stadt Siegen ist seit Jahren Klimakommune. Es gibt eine lange Liste von Maßnahmen zum Klimaschutz, die schließlich auch überregional durch die Verleihung des Klimaschutzpreises 2015 Beachtung fand. Wir als BUND- Kreisgruppe finden es auch bemerkenswert , dass die Verwaltung in diesem Jahr besonders Aufwertungen unternommen hat,  indem artenreiche Blühinseln  auf öffentlichen Flächen  geschaffen und damit angefangen hat, das Insektenschutzkonzept der Verwaltung auch praktisch umzusetzen.
Im Gegensatz dazu stehen aber immer wieder Entscheidungen, die  massiv ins ökologische Gleichgewicht einer Stadt eingreifen.
Insbesondere sind uns die Ansiedlung einer Steakhauskette auf städtischem Gelände ein Dorn im Auge. Die Klimaschutzbeschlüsse die der Rat gerade erst verfasst hat, treten hier wieder in den Hintergrund . Hier spielt auf einmal Insektenschutz keine Rolle mehr, hier wird eine für das Mikroklima wichtige Offenland-Fläche geopfert für ein Steakhaus, das das Fleisch von weit her aus Italien bezieht, auch wenn es von einem Biohof kommen soll.
Im Besonderen  ist es die Flächenversiegelung durch Gebäude-u. Parkplatzflächen im Einzugsgebiet eines Wasserlaufes. Die Umlegung des  Alche-Radweges in ein uneinsehbares Umfeld im Wald führt möglicherweise dazu, dass viele Bürger die neue Wegführung  aus Sicherheitsgründen meiden könnten und lieber auf’s Auto umsteigen. Insgesamt wird durch den Restaurantbetrieb weiterer Auto-Verkehr von außerhalb angezogen.
Der Weltklimarat IPCC hat am 25.09. in Monaco in seinem neuen Sonderbericht gewarnt, dass der Meeresspiegel höher steigt als bisher vorausgesagt, Gletscher und Permafrost-Böden schneller schmelzen als gedacht und die Wirbelstürme in den Tropen zunehmen. „Die offene See, die Arktis, die Antarktis und das Hochgebirge dürften für viele Menschen sehr weit weg sein. Aber wir sind von ihnen abhängig“, sagte der Vorsitzende Hoesung Lee.
„Wir müssen jetzt handeln“, so Bürgermeister Steffen Mues in einem Interview. Und damit ist gemeint, dass auch hier vor Ort, Jeder für sich und Politik und Verwaltung Beiträge dazu leisten müssen und alle bisherigen Maßnahmen bei weitem nicht ausreichen.
Es ist wichtig, das Korsett, dass man sich mit seinem Ratsbeschluss vom 25.09. angelegt hat, nicht wieder zu lockern. Wer ja sagt zum Klimaschutz, muß auch abwägend  zu einer Schaden-Nutzenanalyse kommen. Die kann im Falle ‚Timberjacks‘ nur im Verzicht liegen.
Wir werden als BUND Kreisgruppe Siegen-Wittgenstein sehr genau registrieren, wie in Zukunft die Klimaschutzmaßnahmen konkretisiert werden und sie gegebenenfalls konstruktiv begleiten.