Exkursion in die Nationalparkregion Kellerwald-Edersee am 25. Oktober 2015

Am 25.10. fuhr eine Gruppe von Mitgliedern des Kreisverbandes in die Nationalpark-Region am Edersee im hessischen Nachbarlandkreis Waldeck-Frankenberg. Der 2004 ausgewiesene Wald-Nationalpark ´Kellerwald-Edersee` liegt unmittelbar südlich des BUND0233Eder-Stausees und schützt einen der größten zusammenhängenden Rotbuchenwälder Mitteleuropas. In den steilen Hanglagen südlich (im Nationalpark) und nördlich des Stausees sind wertvolle alte Wälder zu entdecken, von denen einige nachweislich nie wirtschaftlich genutzt waren und die in ihrer Ursprünglichkeit einzigartig sind. Einige davon zählen zu den letzten kleinflächigen Urwaldresten der westlichen deutschen Mittelgebirge. Auch die Naturwälder der nördlichen Edersee-Steilhänge stehen heute unter Schutz und sind hier als FFH-Gebiet ausgewiesen.
BUND243Seit 2005 verbindet der etwa Urwaldsteig diese Besonderheiten rund um den Edersee und ermöglicht herrliche Ein- und Ausblicke in die einmalige Wald- und Wasserlandschaft. Mit dem Siegener Biologen Ralf Kubosch, der auch die Wälder nördlich des Edersees und ihre biologischen Kostbarkeiten gut kennt, haben wir auf unserer Tour zwischen Hemfurt und Waldeck einige der naturkundlichen Besonderheiten im FFH-Gebiet ´Steilhänge nördlich des Edersees` kennen gelernt und schöne herbstliche Eindrücke des östlichen Urwaldsteiges mitgenommen.
BUND0235Von Hemfurt südlich der Edersee-Staumauer aus ging es östlich des Sees durch die herbstlich-bunt leuchtenden, urigen Wälder. Rotbuchenwälder wechseln hier kleinräumig mit steinigen Edellaubbaumwäldern, Eichen-Hainbuchenwäldern und Eichen-Felswäldern, in denen vor allem auch die Wuchskraft der uralten Bäume auffiel. Andererseits staunten wir über die Vielfalt von stehendem und BUND241liegendem Totholz aus natürlich abgestorbenen Bäumen. Augenfällig war nicht nur die Vielzahl der Baumhöhlen und Höhlenbäume. Auch die uns unbekannten Pilze wie der Leberreischling, der Goldschüppling oder der Buchen-Stachelbart, die der Biologe als Arten uralter Wälder zeigen konnte, sucht man im deutschen ´Normalwald` heute vergeblich.
Bei unserer Mittagspause auf der Uhrenkopf-Aussicht genossen wir den weiten Blick über die Staumauer und den See bis zu dem nördlich, über den Waldhängen gelegenen Schloss Waldeck. Nach kurzer Besichtigung der Staumauer entdeckten wir noch den steilhängig-felsigen Buchen-Urwald unter der ´Kanzel`. Von diesem, einem der schönsten Aussichtspunkte am Edersee, hatten wir danach die weite Übersicht über Edersee und Nationalpark bis zum westlich gelegenen Rheinischen Schiefergebirge.
BUND238Nach dem Rückweg zum Ausgangspunkt unserer Wanderung fuhren wir von Hemfurt aus noch zum Schloss, um in der inzwischen angebrochenen Dämmerung hier, vom dritten Aussichtspunkt des Tages, noch den Überblick über das Buchenmeer des südwestlich gelegenen Kellerwald-Nationalparks zu genießen und anschließend einen gelungenen Naturerlebnistag bei Kaffee und Kuchen im Schlossrestaurant abschließen.