Südumfahrung Kreuztal und Fortsetzung der geplanten neuen Bundesfernstraße

Am 14.8.2015 kam der schon länger geplante und im Herbst wg des Bahnstreiks ausgefallene Termin mit Herrn Dr. Reh, dem Leiter des Bereichs Städtebau, Raumordnung und Verkehr aus der Bundesgeschäftsstelle des BUND in Berlin zustande. Mit ihm gibt es schon seit Jahren einen regen und fruchtbaren Austausch und fachliche Unterstützung.
BUND-Besuch-RehUnter Führung des Waldvorstehers von Buschhütten, Herrn Becker, nahmen die BUND- und gleichzeitig Vorstandsmitglieder der AG Naturpark Rothaargebirge Henstorf und Weber-Barteit neben einem weiteren Vorstandsmitglied der WG Buschhütten und dem Unterzeichner an dem Termin teil.
Zunächst wurde der voraussichtliche Trassenverlauf abgegangen, dabei und anschließend fand ein reger Gedankenaustausch statt.
Herr Dr. Reh informierte uns über den Stand des Verfahrens zum neuen BVWP : der Entwurf wird ca. Oktober/November 2015 mit den bis dahin erarbeiteten Bewertungen und der Umweltrisikoeinschätzung für jedes Projekt im Internet veröffentlicht. Dann läuft eine 6-Wochenfrist, in der wir unsere relevanten Argumente nochmals vortragen können. Diese werden dann für den gesetzlichen Bedarfsplan (Referentenentwurf) ausgewertet. Die Endfassung des Plans soll dann bis ca. Sommer 2016 vom Bundestag beraten und beschlossen werden.
Herr Dr. Reh sagte:  „Bei der Öffentlichkeitsbeteiligung im Oktober oder November 2015 werden wir sehen, wie ernst Bundes- und Landesverkehrsminister die versprochene Alternativenprüfung und Bürgerbeteiligung nehmen. Alles muss auf den Tisch: Seriöse Zahlen zur Verkehrsentlastung der B 508 in Kreuztal, die Zerstörung des Kreuztaler Naherholungsgebiets durch die „Südumfahrung“ und die ökologischen Konflikte bei der Weiterführung nach Schameder, sowie ein ehrlicher Kostenvergleich mit einer stadtnahen Variante mit Basistunnel.
Die Verkehrsprognose 2030 muss die Grundlage  der Bewertung dieses Projekts sein. Und die zeigt eindeutig, dass in Südwestfalen keine nennenswerten Zuwächse im Autoverkehr und im Straßengüterverkehr zu erwarten sind. Da sollte es keine Rolle spielen, dass Gutachter wie IVV fast immer in der Lage sind, aus Eigeninteresse einen Verkehrsbedarf für jedes Straßenprojekt herbeizurechnen“.
Herr Dr. Reh und Mitarbeiter haben sich bundesweit 50 Projekte des BVWP ausgesucht die der BUND näher betrachten und seine speziellen Einschätzungen dazu im Bundesverkehrsministerium vortragen wird. Da ist auch „unsere“ geplante neue Bundesfernstraße dabei!!!! Siehe unter „http://www.bund.net/themen_und_projekte/mobilitaet/infrastruktur/fernstrassenplanung/bund_alternativen/“
Wir bleiben bis zum guten Ende dran, denn eine spürbare Verkehrsentlastung wird die Straße bei sinkenden Verkehrszahlen nach den offiziellen Zählungen nicht erbringen, nur Naturzerstörung, Beschallung weiterer Bereiche und immense Steuergeldverschwendung!
Alfred Raab im August 2015