Diese Pracht hatte in diesem Jahr keine Chance zur Wiederbelebung

Seit Jahren setzt sich die Kreisgruppe des BUND für Umwelt und Naturschutz (BUND) vor Ort für Maßnahmen zur positiven Prägung des Ortsbildes ein. Dabei wurden die Naturschützer nicht müde, auf die Bedeutung von Bäumen und grünen Inseln in der Stadt hinzuweisen, die für die Sauerstoffproduktion und Staubfilterung von so großer Bedeutung für die Bewohner sind. Allenthalben spricht man von der „grünen Lunge“ einer Stadt.

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Mit Bedauern stellen sich die Umweltfreunde nun die Frage, ob die in vielen Sitzungen und Gesprächen vorgebrachten und zunächst mit Wohlwollen aufgenommenen Vorschläge nur Lippenbekenntnisse waren.
„Wie könnte es sonst angehen, dass die mit persönlichem Einsatz und finanziellen Mitteln hergerichtete Wildwiese an der Tiergartenstraße ohne Rücksprache abgemäht wurde. Fehlte den Stadtgärtner die Geduld abzuwarten, bis sich die Pflanzen zu voller Blüte entwickeln konnten?“ fragt der BUND-Vorsitzende Martin Zapletal. Noch vor zwei Jahren habe sich die Stadt mit der Teilnahme am Wettbewerb der „Entente Florale“ mit gerade diesem Kleinod mitten in der Stadt positionieren können und große Anerkennung gefunden. Dazu habe der BUND mit seiner tätigen Hilfe den Anstoß gegeben. Allerdings habe man erwartet, dass das Projekt auf Dauer angelegt sei.
„Viele Wildblumen sind aus unserem Stadtbild völlig verschwunden, Randstreifen am Wegesrand werden kahl geschoren oder Gehölze entfernt, bevor sie blühen können. Somit verschwindet Stück für Stück die heimische Insekten-und Vogelwelt, denen die Pflanzen als Lebensgrundlage dienen,“ beklagt der BUND.
Der Umweltverband erwartet künftig von den Entscheidungsträgern eine Einbeziehung der Öko-Fachleute, so wie zugesagt. Wenn man wolle, dass der Naturschutzgedanke in einer Stadt die sich mit dem Etikett Klima-Kommune schmücken dürfe, auf Dauer kein Schattendasein führe, solle man Maßnahmen zur Luftverbesserung und zur Förderung der heimischen Pflanzen- und Tierwelt fördern.
Dazu gehörten auch vorausschauende Vorgaben in Bezug auf die Stadtarchitektur.
„Stadtgrün und Stadtkultur“ müssen miteinander verbunden werden, so die Umweltschützer. Das Gleichgewicht von Nutzen und Ästhetik müsse in Balance bleiben. Daher sei es auch unverständlich, dass für die innerstädtische Planungen immer noch Entwürfe von Architekten vorgelegt würden, die keinerlei Sinn für die Einbeziehung von Natur in unseren versiegelten Straßenschluchten erkennen ließen, wie jetzt beim geplanten Hotelneubau Ecke Leimbachstraße.
Nur wenn sich der Wert der Natur auf breiter Entscheidungsebene erkannt werde, sei ein menschengerechtes und lebenswertes Wohnumfeld garantiert, so der BUND. Die Gestaltung einer Stadt liege im unmittelbaren Interesse ihrer Bürger. Sie sollten die eigentlichen Bauherren ihrer Stadt sein.

Die Stadtgärtner haben gemäht, bevor überhaupt etwas wachsen konnte.