… noch zu retten?

 Vom Abriss bedroht ehem. Straßenneubauamt in der Koblenzer Straße in Siegen

Foto: Herbert Bäumer

Umweltschutz stellt meist den bewahrenden Aspekt in den Vordergrund, daher gehen Umwelt- und Denkmalschutz häufig Hand in Hand. Kommunen, die es verstanden haben, ihre baulichen Schätze behutsam zu restaurieren, üben meist eine größere Anziehungskraft aus, als Gemeinden, die nur nach der schnellsten Wiederverwendung einer Fläche oder größtmöglichen Ausbeute an Wohneinheiten schielten.Nun steht in Siegen entweder ein Erhalt oder der Abriss eines prägenden Gebäudes in der Innenstadt zur Debatte. Nach Plänen des Studentenwerks soll das alte Straßenneubauamt an der Koblenzer Straße weichen, um studentischen Wohnraum zu schaffen.Dem entgegen steht z.Zt., dass das Hochhaus aus den sechziger Jahren unter Denkmalschutz gestellt wurde. Dazu meint der BUND: Eine Sanierung vor Abriss erspart in großem Stil die Entsorgung von Bauschutt und zu trennender Rohstoffe. Eine energetische Sanierung kann mittels neuer Materialien und durch Austausch veralteter Technik erfolgen, daher wäre einen Abriss und die anschließende, größere Bodenversiegelung durch einen Neubau bedauerlich.
Die mögliche Verdrängung von vielleicht mit viel Aufwand frisch sanierten Wohnraums in Privathäusern und Genossenschaftsgebäuden sollte ebenfalls zu denken geben. Das Vorhaben bedarf also einer sorgfältigen Abwägung der öffentlichen Interessen.
Das gesamte Areal Koblenzer Str./ Leimbachstr. zum Bereich Siegerlandhalle hin hätte eine Aufwertung und verkehrliche Entlastung nötig.
Der positive Eindruck, den eine Stadt als Einfallstor bietet, ist keine Momentaufnahme, sondern prägt auch die Erinnerung. Hier erfolgt die Weichenstellung: Weitere neue, geschlossene Betonklötze mit negativen Klimaauswirkungen oder endlich mehr Grün und Erhalt von Vertrautem?