Umwelturkunde 2014

Die BUND-Damen Bärbel Gelling (links) und Ines Schulte-Wilde (rechts) überreichten die Umwelturkunde an die Vorstandsmitglieder des Imkervereins Siegen, Eberhard Pfeiffer und Hartmut Denker.

Am Freitag vergangener Woche überreichten Mitglieder des BUND ihre diesjährige Umwelturkunde an den Imkerverein Siegen e.V.

Sie wurde verliehen für „die Förderung des Naturschutzgedankens in einer langen Tradition und die Verwirklichung von Nachhaltigkeit, insbesondere für die Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung und der Nachwuchsförderung im Imkerwesen“.

Die kleine Feierstunde im Vereinsheim der Gartenfreunde am Fischbacherberg wurde bereichert durch einen Lehrfilm über das Leben der Honigbienen. Peter Hahn als Organisator berichtete von der guten Zusammenarbeit zwischen Imkern und den Pächtern in der Kleingartenanlage. Dort habe sich in den vergangenen Jahren die Bewirtschaftung immer mehr den ökologischen Richtlinien angepasst. „Pestizide gehören bei uns schon längst der Vergangenheit an, zum Wohle der Bienen und am Ende der Nahrungskette, auch der Menschen.“ Vermehrt kümmere man sich auch um Flächen im Wohnquartier vor Ort, die man zum Beispiel mit Bienenweide begrünen könne. Das Hummelsterben, von dem die Siegener Zeitung vor Jahren berichtete habe  einen Anstoß gegeben, noch mehr für die Natur zu tun.

Hartmut Denker, als Bundessachverständiger konnte von einer erfreulichen Bilanz bei der Nachwuchsarbeit berichten. Immer mehr junge Menschen interessierten sich für die Bienenhaltung und trügen so zum Fortbestand des traditionsreichen Hobbys bei.

In ihrer Laudatio ging Bärbel Gelling als Sprecherin der BUND-Kreisgruppe Siegen-Wittgenstein auf die vielfältige Vernetzung zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Imkerei ein. Das eine sei ohne das andere nicht denkbar.

Bericht und Foto: Ines Schulte-Wilde

Laudatio Bärbel Gelling

Sehr geehrte Mitglieder des Vereins, liebe Gäste,

– in einigen chinesischen Provinzen wird jede einzelne Blüte mit der Hand bestäubt, weil die Bienen dort durch Pestizide ausgerottet wurden.
– 2006 verbreitete sich in der USA die Nachricht, dass Millionen Bienen aus ihren Stöcken verschwunden seien.
– 2008 starben am Oberrhein Millionen von Bienen offensichtlich an dem Pestizid Neonikotinoide, das Landwirte dort ausgebracht hatten
– in Kalifornien wachsen weltweit 90 % der Mandelbäume. Weil es nicht genug Bienen gibt, werden jedes Jahr 15.000 australische Bienenvölker herbeigeschafft, um die Mandelbäume zu bestäuben. Viele sterben auf dem langen Transport dorthin.
– mittlerweile werden Königinnen gezüchtet und in die ganze Welt verkauft d.h. die Honigbiene wird zum Industrieprodukt, wo jegliche emotionale Bindung fehlt.

Das sind Horrorszenarien, wie sie Markus Imhoof in seinem Film „More than Honey“ zeigt und wie sie in verschiedenen Dokumentationen auf Arte und im ZDF beschrieben wurden.

Schon vor 8.000 Jahren haben die Ägypter den Grundstein gelegt für eine Partnerschaft zwischen Mensch und Biene. 30 % der menschlichen Nahrung hängt unmittelbar von diesem kleinen Insekt ab – mit steigender Tendenz. Die Honigbiene – apis melifica – ist die beste Bestäuberin, die die Pflanzen haben. Sie bildet quasi das Bindeglied in der gesamten menschlichen Ernährung.

Und deshalb sind wir heute hier, meine Damen und Herren.

Der Imkerverein Siegen e.V. konnte sich in all den Jahren (50 Jahre sind zumindest erwähnt), gegen den seit den 90iger Jahren zunehmenden Trend des Bienensterbens behaupten mit Geduld, artgerechter Fürsorge und Liebe zum Tier Biene.
Was sind denn das für Bienen: es sind Stadtbienen, denen es – so wird es behauptet – grundsätzlich besser geht als den Landbienen. Sie haben einen sicheren Ort z. B. eine Kleingartenanlage. Sie haben nichts mit Monokulturen und Pestiziden zu tun. Allerdings muss man sich auch hier mit der Varroamilbe auseinandersetzen.

Die Mitglieder des Imkervereins sind Bienen-Kümmerer. Ein paar Stichwörter aus der Satzung des Vereins möchte ich hier erwähnen:
– Bienenzucht und Bienenhaltung in Wissenschaft und Praxis immer wieder auf den neuesten Stand zu bringen
– Förderung und Schutz der Bienenweide für ein gesundes und bienengerechtes Nahrungsangebots (ich erwähne hier Hartmut Denker, der sich gerade auf diesem Gebiet besonders verdient gemacht hat, wir hören sicher noch mehr davon!)
– besonders aber die Nachwuchsförderung, die für uns als Naturschutzverband besonders wichtig ist. Sie stellt die Nachhaltigkeit des Vereins sicher.
– durch Öffentlichkeitsarbeit Werbung zu machen für genau dieses Konzept.

Generationsübergreifend wird hier mit Rat und Tat eine Patenschaft übernommen sozusagen von den „Alten Hasen“, die alles was wichtig ist an Gerätschaften, know-how usw. für den Start in die Imkerei mitgeben und fachmännisch beraten können.

Und dann ist hier noch ein besonderes Stöffchen: der Honig !!!
Ein köstliches Nebenprodukt, enzymreich, vitaminreich, einfach gesund.

Und das alles zusammen hat eine Rolle gespielt, dass wir heute die Umwelturkunde 2014 an den Imkerverein Siegen e.V. übergeben wollen.