Mikroblockheizkraftwerke (BHKW) – Vortag BUND

Von links: Vors. d. Energievereins, Rainer Tschichholz, Rainer Jung, Bärbel Gelling (BUND) Foto: I. Schu.-Wi.

Von links: Vors. d. Energievereins, Rainer Tschichholz, Rainer Jung, Bärbel Gelling (BUND)
Foto: I. Schu.-Wi.

Alternative Energien sind seit Jahren Schwerpunkt der Veranstaltungen des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). „Die Energiewende ist eingeleitet und basiert fast ausschließlich auf der Erzeugung erneuerbarer Energie, freuen sich die Umweltschützer. Wichtig ist jetzt, schnellstens die Speicherung in selbem Maße zu forcieren.“

Dies begrüßte auch Rainer Tschichholz, der in der Siegerlandhalle zum Thema Mikro-Blockheizkraftwerke sprach. Der Vorsitzende des gemeinnützigen Energievereins Siegen-Wittgenstein e.V. in Geisweid versteht den Zusammenschluss von energieinteressierten Bürgern, Firmen u. Institutionen als Netzwerk in Sachen Beratung und Informationsaustausch.

„Von der Pelletheizung bis zur Wärmepumpe gibt es eine Vielzahl von Verbraucherszenarien mit entsprechendem Förderdschungel. Die Verunsicherung ist groß,“ so der Energieexperte.

Der größte Energieanteil im Haus ist mit 77 Prozent die Heizung, deshalb legte Tschichholz den Focus auf die Dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung. Dies könne zum einen mit gasbetriebenen Ottomotoren geschehen. Die Abgase werden hier der Wärme entzogen, durch einen Wärmetauscher gesandt und eingespeist. Der „Dachs“ sei der Vorläufer, der die Technik nach vorn gebracht habe. Für ein herkömmliches Haus habe er sich jedoch als zu groß erwiesen. Kleinstanlagen fangen bei 1 kW – 6 kW elektrischer Leistung an. Zwar entwickelt, aber nicht auf dem Markt sind Dampfmotoren. Seit 1861 bekannt ist der von einem schottischen Pfarrer entwickelte SterlingMotor. Dieser kann durch jede Wärmequelle betrieben werden.

Große Einrichtungen müssen Notstromaggregate vorhalten, die den ganzen Tag im Betrieb sind, die Abwäre verpufft aber, bedauert Tschichholz. Auch die Uni Siegen mit ihren Anlagen könne Wärme abgeben.

Ein Mikro-Blockheizkraftwerk(BHKW) braucht einen Pufferspeicher und 2 Stromzähler.

„Der Stromverbrauch läßt sich erheblich reduzieren. Idealer Weise müßte sich das Nutzerverhalten anpassen, und Spitzenlastzeiten ausgleichen, so Tschichholz und ergänzt: Diese Anlagen lohnen sich besonders in Häusern mit Schwimmbad, in Mehrfamilienhäusern oder in Reihenhaussiedlungen.“

Unter den Zuhörern konnte Rainer Jung von seinen eigenen Erfahrungen berichten. Als Umweltmanagementbeauftragter seiner Kirchengemeinde liegt ihm energetische Kostenersparnis ohnehin am Herzen.

Ohne gravierende Investitionen sparte er in seinem privatem Bereich mit seinem Mikro-Bhkw hochgerechnet mehrere tausend Euro ein. „Unsere alte Gastherme war völlig ok, aber von der Energieagentur als nicht effektiv angesehen. Mit spitzer Feder habe ich alles durchgerechnet und komme auf eine Amortisation in 10 Jahren. Es wird insgesamt aber noch zu sehr auf Großtechnologie gesetzt, mehr Anstrengungen müssen künftig den Privathaushalten gelten,“ so der überzeugte Pionier.

Sein anschauliches praktisches Beispiel überzeugte sowohl Energieberater Tschicholz als auch den BUND und rundete die Veranstaltung lebensnah ab.