Ameisen – Wächter des Ökologischen Gleichgewichts

Ameisenschutzwart Falk-Harold Klaes am Hügelbau.

Dem Leitspruch „Man schützt nur, was man kennt“, folgten jetzt Kreisgruppenmitglieder des BUND für Umwelt und Naturschutz (BUND), um mehr über die Millionen der Helfer des Waldes zu erfahren, die tagtäglich auf dem Wilnsdorfer Ameisenlehrpfad unterwegs sind. Unter fachkundiger Führung des Siegeners Falk-Harold Klaes, der sich durch eine umfassende Ausbildung als Ameisenschutzwart qualifiziert hat, besichtigte die Gruppe die verschiedensten Behausungen einiger der etwa 114 Ameisenarten, die in Deutschland vorkommen. Jedermann kennt wohl die imposanten Nesthügel an den Wegrändern, wo sie bevorzugt wegen des Lichts angelegt werden. Diese filigranen Kuppelbauten über einem unterirdischen Nest, haben die fleißigen Arbeiterinnen Nadel für Nadel zusammengetragen. Das Nest, das oftmals bis zu zwei Meter in den Boden hinabreicht, bietet Schutz vor Feinden und Witterungseinflüssen und regelt die Temperatur im Bau für die Brutaufzucht. An diesem Spätherbsttag waren denn auch die meisten Öffnungen geschlossen.

Es wird jetzt das unterirdische Kammer- und Gangsystem für die Überwinterung vorbereitet. Vor der Kältestarre speichern die flinken Waldbewohner noch Reservestoffe im Hinterleib zur Versorgung von Brut und Königinnen im zeitigen Frühjahr. Doch nicht alle Ameisen errichten Hügel, viele leben im Holz toter Bäume, wieder andere nisten unter Steinen. Spannend für die Anwesenden war die hierarchische Ordnung im Ameisenstaat, wo jedes Mitglied eines Volkes, von den Arbeiterinnen, den geflügelten Geschlechtstieren, den Soldaten oder der Königin, bestimmte Aufgaben zu erfüllen hat. Dass Ameisen als Wächter des ökologischen Gleichgewichts nützlich und schützenswert sind, weiß heute jedes Kind. Dennoch sind die verletzlichen Tierchen massiven Eingriffen in ihrem Lebensraum hilflos ausgeliefert.

Exkursionsteilnehmer am imposanten Ameisennest in einem abgestorbenen Baumstamm.

Natürliche Nutznießer wie Specht oder Dachs haben auf den Bestandsrückgang bisher keinen entscheidenden Einfluss gehabt. Tiefgreifender sind die Schaffung neuer Wohn- oder Gewerbegebiete. Hier fallen oft aus Unwissenheit Waldameisennester trotz bestehender Naturschutzgesetze dem Bagger zum Opfer oder sie werden bei Forstarbeiten und beim Wegebau beschädigt. Den Naturschützern ist daher ein völliger Verzicht auf großflächige Kahlschläge ein großes Anliegen. „Oberstes Ziel des Ameisenschutzes, muss die Bestandserhaltung sein,“ fordert daher der Ameisenschutzwart und weiß sich hier von den Umweltfreunden unterstützt. Auch sie helfen als Wegewarte, Landschaftswächter oder Naturschutzbeauftragte mit, drohende Gefährdungen zu melden. „Überall dort, wo für die Völker unmittelbare Gefahr besteht, sollte eine Rettungsumsiedlung von Waldameisenvölkern möglich gemacht werden,“ wünscht sich Klaes und freut sich immer, wenn er weiter aufmerksame Interessenten für die Anliegen der deutschen Ameisenschutzwarte (DASW) gewinnen kann.

Fotos: Ulrich Banken