Baumfällungen am Oberen Schloss

Die Fällung von vierundzwanzig Bäumen am Oberen Schloß durch die Stadt Siegen bezeichnet der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) in Siegen in einer Pressemitteilung als voreilig und unötig. Baumschutz sei ein zentrales Thema des Umweltverbandes, nicht zuletzt weil es auch ein Anliegen vieler Bürger sei, den Baumbestand im Stadtgebiet aus Gründen des Ästhetik, des Klimaschutzes und der Heimat-verbundenheit zu erhalten.„ Die kurzfristig gefällten Bäume im Schlosspark sind nun leider nicht mehr zu retten“, so die Vorsitzende des Verbandes, „dies heißt aber nicht, dass das ein Freibrief für weitere Fällmaßnahmen ist.““>Ob die Ende Oktober durchgeführten Abholzungsmaßnahmen gerechtfertig waren, wollte der Verband klären lassen und hatte jetzt  ein Baumgutachten eines renommierten Sachverständigenbüros aus Köln anfertigen lassen. Der Diplombiologe und vereidigter Baumschutzgutachter, der die Standorte an der Schlossmauer besichtigte, kommt zu dem Schluss, dass aufgrund der Beseitigung der Bäume keine messtechnische Ermittlung mehr durchgeführt und auch der vorherige Zustand nicht beurteilt werden könne. Wohl aber könnten Erfahrungswerte herangezogen werden.Die Stammquerschnitte der gefällten Bäume vor Ort bestätigten die der Baumkontrollrichtlinie zugrundeliegenden Erkenntnisse, die feststellen, dass bei Bäumen in der Reifephase keine wesentlichen Schäden zu erwarten seien. Im Falle Siegen habe es sich um mittelalte Bäume um vierzig Jahre gehandelt. Die Schlossmauer habe ein Widerlager zur Verankerung der Wurzeln darge-stellt. Zitat Gutachten: „Alle gefällten Bäume, auch die in geringem Abstand von der Mauer, dürften daher nach Jahrzehnten der Anpassung an den jeweiligen Strandort ausreichend im Boden verankert worden sein. Lediglich bei zwei Exemplaren mit problematischer Ecksituation ist die Fällung zum Schutz der Mauer fachlich vertretbar, bei weiteren fünf Bäumen hätten unter Umständen mittel bis langfristig Schäden entstehen können. Die Fällung der restlichen achtzehn Bäume waren nach erster überschlägiger Einschätzung – basierend auf Erfahrungswerten- weder zum Schutz der Mauer noch aus Gründen der Verkehrssicherheit erforderlich.“Aufgrund dieser Vorgänge mahnt der BUND noch einmal zu einem sensiblen Umgang mit Baumfällungen an. Vor allem habe hier kein kurzfristiger Hand-lungsbedarf bestanden. Voreilige Schritte bis hin zu Nacht -und Nebelaktionen hinterließen bei der Bevölkerung immer einen gewissen Argwohn, dass es letztlich darum gehe, Fakten zu schaffen. Die weitere Entwicklung an der Schlossmauer hätte man über Jahre ohne Risiko beobachten können, meinen die Umweltschützer. „Beobachten wird künftig allerdings der BUND, wie es um das Vorhaben bestellt ist, eine stattliche Anzahl weiterer Bäume aufs Korn zu nehmen.“Ulrich Banken