Holz her! Moderne Holzarchitektur im Siegerland und anderswo

Prof. Dr. Christian Thomsen  von der Universität Siegen eröffnete seinen Lichtbildervortrag mit einigen Bildern aus der Frühzeit des Bauens in Südamerika. Schon bei den Indianern war Holz als heimischer Baustoff im Gebrauch. Die Gebäude unterscheiden sich praktisch nicht von den heutigen Formen des Bauens. Sodann begann im Siegerland eine Reise durch die Architektur der Welt, wobei grundsätzlich die Verwendung des Baustoffes Holz im Vordergrund stand. Besonders hervorgehoben zu werden verdient die Tatsache, dass sich sehr viele prominente Architekten dieses Baustoffes bedienten und bedienen.
Es wurde mehrfach hervorgehoben, dass das Wohnen in Holz sehr viele Eigenschaften hat, die sich positiv von denen anderer Baustoffe abheben. Dazu gehören Behaglichkeit, Gesundheit, Wohlgefühl, ja sogar ein gewisses Maß an Sinnlichkeit. Dass das Bauen mit Holz den unseligen Barackenstil des Dritten Reiches längst hinter sich gelassen hat, wurde durch zahlreiche Beispiele mit konstruktiven Details belegt. Sie zeigen welche große Fülle an Gestaltungsmöglichkeiten den Architekten zur Verfügung stehen, unabhängig davon, ob es sich um Wohn- oder Verwaltungsgebäude handelt. Das schließt nicht aus, diese Bauweise auf beliebige andere Gebäudeformen, selbst auf Kirchen anzuwenden, wie mit Hilfe einiger eindrucksvoller Bilder gezeigt wurde, wobei selbst Kultsymbole architektonisch verwendet wurden.
Die Reise führte über mehrere Kontinente, insbesondere Nordamerika, Europa und Asien. Am Schluss seiner Ausführungen, die vom Referenten in seiner temperamentvollen Art vorgetragen wurden, kehrte er wieder an den Ausgangspunkt seiner Reise, nämlich das Siegerland, zurück. Auch hier führte er noch einmal einige Beispiele für moderne Holzachitektur vor, wie z.B. das neue Briefpostzustellzentrum in Kreuztal vom persönlich anwesenden Architekten Manfred Arlt. Der Referent schloss seine Ausführungen mit dem Ausdruck des Bedauerns, dass die von ihm aufgezeigten architektonischen Möglichkeiten im waldreichen Siegerland so wenig Beachtung finden.   Er verband damit die Aufforderung, dass sich das in Zukunft ändern möge, zumal heute Holz als Baustoff in einer geeigneteren Form als früher verfügbar ist und die Bautechnik auch erheblich verbesserte Möglichkeiten einer kostengünstigen Fertigung bietet. In der anschließenden lebhaften Diskussion, die von Herrn Prof. Dr. Dreger (Uni Siegen)  moderiert wurde , kamen zahlreiche Probleme zur Sprache, wie z.B. die Verfügbarkeit der Ressource Holz, die Kosten des Holzbaues, das Wohlfühlen in Holzgebäuden sowie das Dämmverhalten des Baustoffes.