LANDESBÜRO DER

Grundsätzlich seien die Argumente der vorab geschickten Stellungsnahmen noch einmal aufgeführt. Wenn auch gegen das grundsätzliche Anliegen der Stadt, Bauflächen auszuweisen, im Prinzip nichts eingewendet werden kann, da der Anspruch der Bevölkerung auf Eigenheime berechtigt ist, sei doch gefragt, warum in diesen Dimensionen und dann auch noch auf einmal und „auf Vorrat“. Es bleibt dahingestellt, warum hier die ganze Fläche auf einmal verplant werden muss und nicht zunächst Teilbereiche in sukzessiver Art und Weise z.B. unten in enger Anlehnung an den Ort Bürbach und oben an die bestehende Siedlung am Giersberg. Dies sei auch auf dem Hintergrund der im neuen Regionalplan geäußerten Bedenken angesichts einer Verringerung der Bevölkerungszahl. Trotzdem stimmt die BUND- KG mit Einschränkungen zu, da die Fläche insgesamt um die Trockenrasen im Ostteil reduziert worden sind. Außerdem ist die Fläche um das Quellbiotop vermindert worden. Auch sind Abstandsflächen im Osten vorgesehen, sodass kein unmittelbarer Anschluss an Bürbach erfolgen soll.
Es sei aber weiter kritisch angemerkt:
1. Eine Verkleinerung der zu beplanenden Bereiche würde dem Wunsch der Bevölkerung nach Offenlandflächen (Wiesen, Fluren, Buschlandschaften, Heide- und Ackerflächen) für Erholung und Freizeit dienen.
2. Weitere Frischluftschneisen müssten wegen der Inversionswetterlage in Bürbach angelegt werden.
3. Nach wie vor bestehen wegen der Großräumigkeit starke Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes, des Naturpotentials, des Lokalklimas, der Regenabflüsse und die Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Warum wird nicht das Waldstück im oberen Bereich in einem engen Anschluss an die Straße in Anspruch genommen, wie von der BUND KG vorgeschlagen? Der untere Feldflächenanteil im Süden – verkehrlich schlecht zu erreichen – hätte so auch noch geschont werden können.
4. Vermisst wird auch vom BUND eine realistische Ökobilanzierung des anzustrebenden Aus-gleiches für diese enormen Offenlandverluste in der Landschaft. Es handelt sich hier immerhin um die größte zusammenhängende unbewaldete Fläche der Stadt! – Ein echter Ausgleich wäre z.B. die Schaffung einer ähnlich großen Freilandfläche an Stellen hochgewachsener Fichtenmonokulturen. Ich schlage die düsteren Fichtenflächen auf der Eiserner Haardt vor, mit der langfristig ein riesiges stadtnahes Erholungsgebiet für die Stadt Siegen (Spazieren gehen, Wandern, Skilanglauf, Skiabfahrt, Rodeln, Drachensteigen u.s.w.) vor. Sollte dies nicht möglich sein, wären mehrere Entfichtungen in den zahlreichen Siegener Bachtälern wünschenswert, um die verschwundenen Graslandschaften zu ersetzten. Gute Anfänge sind hier ja schon bei der Maßnahme „Ober dem Feldgarten“ in Kaan- Marienborn gemacht, wo 4 Entfichtung vorgesehen worden sind.