Der Prophet gilt wohl nichts im eigenen Lande

Diese Frage stellte sich jetzt die Interessengemeinschaft gegen weiteren Flächenverbrauch auf intakter Natur bei ihrer letzten Zusammenkunft. Zusammen mit dem Siegener BUND für Umwelt und Naturschutz (BUND) will man verhindern, dass an allen Ecken des Siegerlandes das Wettrüsten um neue Straßen, Gewerbe- u. Wohngebiete weitergeht.? Vor dem Hintergrund des kostenträchtigen Engagements der holländischen Firma Ijsselconsult die den Kommunen für viel Geld das Sparen beibringen soll, fragen sich die Vorstände der elf zusammengeschlossenen Bürgerinitiativen, warum man nicht die Ideen der Bürger vor Ort mit einbezieht, wie es zum Beispiel die FDP in Wilnsdorf vorgemacht hat. Der angespannte Haushalt des Kreises und der Kommunen läßt keine Experimente im Flächenverbrauch mehr zu, waren sich die Anwesenden einig. Die kommunalpolitischen Akteure, die auch die Höherstufung von Ortsumgehungen im Siegerland in die erste Priorität durchgedrückt hätten, seien im Ausgeben von Steuergeldern nicht besonders zimperlich.
Jetzt ist Ende im Gelände so der BUND. Noch vorhandene Gelder müssten vorrangig den Reparaturstau beseitigen. Straßen, Gebäude, Industriebrachen, das gesamte Ortsbild der Kommunen sei dringend aufzuwerten, damit die Menschen sich in den Stadtkernen wieder wohlfühlen und dort leben könnten. Statt neuer Wohngebiete sollten alte Wohnviertel wieder instandgesetzt und aufgewertet werden. Denn jeder Kommunalpoliker der heute noch neue Wohngebiete abnickt müsse sich klar sein, dass durch die negative Bevölkerungsentwicklung alle bestehenden Immobilien im Wert verfielen, wenn ein Überangebot an altem Bestand nicht mehr loszuschlagen sei. Umbau statt Neubau müsse Priorität haben, sowohl für Industrie- als auch Wohnflächen. Bei einem Zusammentreffen im März mit dem Bundestagsabgeordneten Willi Brase sollen diese Themen im Mittelpunkt stehen.