Freilichtbühne könnte eine weitere Attraktion werden – „Stadtreparierer“ Magnus hat Ideenkonzept

Siegen. Es soll Bürger geben, die angesichts des einen oder anderen Blumenkübels in Gestaltungsfragen nicht mehr das übervolle Vertrauen in die Planer der Krönchenstadt haben. Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, und die Betonindustrie will ja schließlich auch leben. Jetzt läuft eine neue Offensive in Sachen Stadtgestaltung an. Das Gute für die Verwaltung – und vielleicht auch für die Bürger: Die Federführung für die Planungen liegt nicht im Rathaus. Bürgermeister Ulf Stötzel hat zwar die Schirmherrschaft über die Aktion übernommen, nicht aber die Verantwortung für das, was da zu Papier gebracht worden ist.
Das stammt nämlich aus der Feder des Umweltkünstlers und „Stadtreparierers“ Dieter Magnus. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte, unterstützt von Sponsoren, Magnus auf eigene Kosten engagiert, um Ideen für mehr Grün in der Stadt zu entwickeln (die SZ berichtete). Die Pläne sind gereift und werden demnächst im Rahmen einer Ausstellung im Kundenzentrum der Sparkasse an der Morleystraße der Öffentlichkeit vorgestellt.
„Leben am Fluss – Neue Grüne Mitte Siegen“ nennt sich das Konzept zusammengefasst. Soviel war vorab zu erfahren: Ziel von Magnus und BUND ist es, die Sieg als ein Stück Natur in der Stadtmitte wieder größer und erfahrbarer zu machen. Dazu gehören ein teilweiser Rückbau der Siegplatte inklusive der Einrichtung neuer Geschäfte und Restaurants. Das Siegufer soll verbreitert werden, um Platz für Ruhebänke und eine Flanierallee zu schaffen, wie auf der Zeichnung zu sehen. Bei dem roten Gebäude unten auf dem Plan handelt es sich übrigens um das Apollo-Kino. Das runde rote Gebilde daneben stellt eine Freilichtbühne dar, die in dem Konzept ein weiterer Anziehungspunkt werden soll, wenn denn aus den Theaterplänen etwas werden sollte…
Dieter Magnus ist 1937 geboren, lebt in Wackernheim bei Mainz und hat Bildende Kunst, Philosophie und Biologie studiert. Als Umweltkünstler und „Stadtreparierer“ hat er in der Vergangenheit eine Vielzahl von Plätzen, Quartieren und Wohnhöfen gestaltet.